Zentralasien Regionale Zusammenarbeit

Usbekistan / Radio / MiJ / 2021-07-17 12:00

Einleitung

Die fünf Länder Zentralasiens sind außerordentlich reich an Rohstoffen wie Gas und Öl, um nur zwei Beispiele zu nennen. Bis zum Zerfall der Sowjetunion vor 30 Jahren galten sie als unbestrittener Hinterhof Russlands. Doch nun ringen auch die USA, Indien und insbesondere China um massiven Einfluss in dieser Region, wobei Peking auch mit großem finanziellem Aufwand das Projekt einer neuen Seidenstraße betreibt, um chinesische Waren auch über dem Landweg rasch nach Europa transportieren zu können. Doch nun sind auch die Länder Zentralasiens bemüht, durch eine intensivere Zusammenarbeit eine eigenständigere Rolle spielen zu können. Treibende Kraft dabei ist Usbekistan; aus dessen Hauptstadt Tashkent berichtet Christian Wehrschütz:

 

 

Detail

Die fünf Länder Zentralasiens sind außerordentlich reich an Rohstoffen wie Gas und Öl, um nur zwei Beispiele zu nennen. Bis zum Zerfall der Sowjetunion vor 30 Jahren galten sie als unbestrittener Hinterhof Russlands. Doch nun ringen auch die USA, Indien und insbesondere China um massiven Einfluss in dieser Region, wobei Peking auch mit großem finanziellem Aufwand das Projekt einer neuen Seidenstraße betreibt, um chinesische Waren auch über dem Landweg rasch nach Europa transportieren zu können. Doch nun sind auch die Länder Zentralasiens bemüht, durch eine intensivere Zusammenarbeit eine eigenständigere Rolle spielen zu können. Treibende Kraft dabei ist Usbekistan; aus dessen Hauptstadt Tashkent berichtet Christian Wehrschütz:

Usbekistan ist das Herzstück Zentralasiens, weil es als einziges Land an alle anderen vier Länder, an Kasachstan, Kirgisistan, Turkmenistan und Tadjikistan, grenzt. Fast 25 Jahre lang schottete sich Usbekistan von der Außenwelt ab; das änderte sich 2016 mit dem Amtsantritt von Präsident Shavkat Mirsieew; er öffnete das Land, und das machte sich auch finanziell bezahlt, wie etwa die Tourismuszahlen zeigen; sie stiegen binnen fünf Jahren von knapp einer Million auf fast sieben Millionen. Tourismus und Infrastruktur waren auch Themen einer internationalen Konferenz, die in Taschkent gestern der Zusammenarbeit zwischen Zentralasien und Südostasien gewidmet war. Denn Shavkat Mirsieew will die regionale Zusammenarbeit massiv ausbauen, vom Kampf gegen den Drogenschmuggel über den Umweltschutz bis hin zur Infrastruktur. Davon soll auch der Fremdenverkehr profitieren, betont in Taschkent im ORF-Interview der stellvertretende Tourismusminister Ulugbek Azamov:

7'17'3 - Visafreiheit und Tadjikistan - 8'09'4

„Nimmt man Kasachstan, Usbekistan und Kirgisistan so gibt es etwa 50 Staaten für die Visafreiheit für alle drei Staaten besteht. Nun möchte auch Tadjikistan Teil des neuen Visaregimes entlang der Seidenstraße sein; damit könnten Touristen neben Kasachstan, Usbekistan und Kirgisistan auch Tadjikistan bereisen. Wir müssen verstehen, dass der Tourismus der Schlüssel ist, um Türen zu öffnen; daher glaube ich, dass uns der Tourismus dazu treiben wird, unser Türen zu öffnen."

Für eine Zusammenarbeit sprechen gemeinsame Herausforderungen wie der Bürgerkrieg in Afghanistan, der islamische Fundamentalismus sowie die Strom- und Wasserversorgung, die in der Region ungleichmäßig verteilt ist; das Symbol dafür ist die Umweltkatastrophe des Aralsees, der von völliger Austrocknung bedroht ist. Doch das Wasser ist auch ein Streitpunkt, der jüngst zu einem Grenzkonflikt zwischen Kirgisistan und Tadjikistan führte. Erschwert wird eine gemeinsame Politik durch einander widersprechende geopolitische Interessen großer Spieler in der Region. Dazu zählen Russland, die USA, China, Indien und Pakistan sowie der Iran. In welchem Ausmaß die hochfliegenden Pläne des usbekischen Präsidenten daher umsetzbar sind, ist offen, doch eine stärkere Zusammenarbeit kann der Region auf jeden Fall nur gut tun.