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20260817 FJ7 Lage der Häfen in der Ukraine Wehrsch Mod

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Berichte Ukraine

Vor Beginn des russisch-ukrainischen Konflikts im Jahre 2014 verfügte die Ukraine über 18 Häfen; durch die Annexion der Halbinsel Krim und nach Kriegsbeginn durch die Besetzung anderer Gebiete etwa um die Hafenstadt Mariupol sind derzeit nur mehr sechs Häfen in Betrieb; drei kleinere liegen an der Donau, während die drei wichtigsten im Großraum Odessa die Lebensader für die Exporte bilden. Diese Lebensader ist nun durch russische Angriffe abgeschnürt, betont Dmitro Barinow, Präsident der Hafenvereinigung „Ukrport“:

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„Sie haben begonnen, gezielt zivile Schiffe anzugreifen. Daher verweigern Reeder und Kapitäne die Zufahrt. Es geht dabei nicht nur um die finanziellen Aspekte oder die Höhe der Versicherungsprämien. Es ist eine Frage von Leben und Tod. Bei dem letzten Angriff auf das große Schiff „Golden Leo“ starben 10 Seeleute, darunter ein Kollege von uns, ein Lotse. Man kann sagen, dass seit Ende Juli der Zugang für Schiffe nach Odessa gestoppt wurde und die Donau wieder als alternative Route für den Export dient. Es ist derzeit schwer zu sagen, wie sich das Verhältnis prozentual verhält, da erst drei Wochen vergangen sind. Aber auch an der Donau gibt es keine Garantie für Sicherheit.“

Doch es geht nicht nur um Sicherheit, sondern auch um die Kapazitäten, erläutert Dmitro Barinow:

10:07
„Exporte über die Häfen machen 85 bis 90 Prozent aus. Der Landweg ist keine Alternative. Straßen- und Schienenverkehr macht nur etwa 10 Prozent der Transporte aus; die Kapazitäten der tiefwasserfähigen Schwarzmeerhäfen können nicht ersetzt werden. Das gilt auch für die Donau. Ein Beispiel: Ein Schiff, das in den Hafen von Odessa einläuft, kann 200.000 Tonnen laden, was etwa 5-7 Tage dauert. 200.000 Tonnen entsprechen 10.000 Lkw, 10.000 Fahrern und 10.000 Grenzübertritten. Vergleicht man dies mit der Donau, wären es 30 Schiffe, 30 Ein- und Ausfahrten.“

Vor einigen Jahren konnte die Ukraine durch internationalen Druck Russland dazu bewegen, eine Öffnung der Häfen vor allem für Getreideexporte zuzulassen. Fraglich ist, ob eine derartige Vereinbarung in dieser Phase des Krieges erzielt werden kann.