20260710 ORFIII FB Fire Point ukrainisches Atout im Drohnenkrieg Wehrsch Mod
Berichtsinsert: Christian Wehrschütz aus Kiew
Inserts: Denis Schtylerman, Chefkonstrukteur von „Fire Point“
Gesamtlänge: 3’55
Die größte russische Raffinerie in der Stadt Omsk ist mehr als 2400 Kilometer von der Ukraine entfernt. Trotzdem beschädigten sie jüngst ukrainische Drohnen vom Typ FP-1 so schwer, dass die Raffinerie ihren Betrieb einstellen musste. Ein derartiges Modell zeigt mir in Kiew Denis Schtylerman, der Chefkonstrukteur von „Fire Point“. 200 Kilometer pro Stunde fliegt die FP-1, 60 Kilo kann sie tragen. Doch wie sollen die Probleme der ukrainischen Abwehr gegen ballistische Raketen gemeistert werden?
6‘18
„Das Hauptproblem ist derzeit das Fehlen ballistischer Raketen und selbst die existierenden sind sehr teuer. Wir schlagen ganz Europa vor, ein ballistisches Schild zu schaffen, bei dem die Abfangkosten für Raketen auf bis zu eine Million Dollar gesenkt werden. Russische Raketen vom Typ Iskander oder Kinzhal kosten etwa 700.000 Dollar pro Stück; zu ihrer Zerstörung braucht man meistens zwei Patriot-Raketen, die jeweils bis zu sechs Millionen Dollar kosten. Aus wirtschaftlicher Sicht ist das keine gute Idee. Daher wollen wir ein günstiges Abfang-System anbieten, das mit jeder Art von Zielverfolgungs- und Radarsystemen integriert werden kann, um ballistische Ziele abzufangen.“
Dabei geht es auch um die Sicherheit der Käufer:
7’25 (kraj)
„Das Wichtigste ist, dass die Nutzer sicher sein werden, dass es keine geheimen Schalter gibt. Wenn du dieses System in deinem Arsenal hast, kann niemand, nicht einmal der Hersteller, es abschalten. Denn wir alle erinnern uns an das Beispiel Katar, als die USA einfach aus der Ferne die Radare ausschalteten, als die israelische Luftwaffe kam, um die Führer von Hamas zu eliminieren.“
Doch noch ist es nicht so weit; daher wie wappnet sich Fire Point gegen Angriffe?
2‘06
Wir haben keinen Standort, der nur einmal existiert. Zum Beispiel haben wir ein Büro für Forschung und Entwicklung, und wir haben ein identisches, derartiges Büro, das bereitsteht, mit angeschlossenen Computern und allem Zubehör, damit wir im Falle einer Zerstörung am nächsten Tag in das neue umziehen können. Das Gleiche gilt für jedes unserer Gelände. Wir kaufen niemals Maschinen in Einzelstückzahlen. Immer mindestens zwei, wenn nicht drei. Wir haben sogar vier oder fünf Reservestandorte für die wichtigsten Standorte, für alle Fälle. Momentan haben wir über 86 verschiedene Standorte in der Ukraine.
7000 Mitarbeiter zählt „Fire Point“; 1000 arbeiten im Bereich Forschung und Entwicklung. Wie steht es um den Arbeitsmarkt?
10’33:
„In den letzten 30 Jahren war die technische Ausbildung in unserem Land nicht sehr gut, aber das wird dadurch geheilt, dass wir bereits ein ausreichend großes Unternehmen sind, wir haben unsere eigenen Kurse in Mathematik, Physik und Ingenieurwesen. Mehr noch; wenn ein junger Ingenieur einsteigt, sieht er, dass er an der Entwicklung und Herstellung zum Beispiel der größten Marschflugkörper der Welt beteiligt ist. Und wenn er das macht und sie fliegt, ist er danach sehr inspiriert und sammelt all sein Wissen und wächst sehr schnell. Und jetzt bin ich sehr stolz darauf, wie unsere Ingenieure ihr Niveau sehr schnell erhöhen. Sie werden sehr professionell.“
Trotzdem leidet die Ukraine massiv unter russischen Angriffen – trotz aller technischen Errungenschaften, die es gibt, denn auch der Feind schläft nicht, und sein Eskalationspotential ist bei weitem noch nicht ausgeschöpft.“