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20250428 Bgld Heute Kampf um Kinder aus der Ukraine Wehrschütz Mod

Fernsehen
Burgenland Heute
Berichte Ukraine

Trotz des Krieges in der Ukraine ist die politische Führung in Kiew bestrebt, ins Ausland geflüchtete Kinder in die Heimat zurückzuholen. Dabei geht es vor allem um Kinder in sozialen Einrichtungen, die mit ihren Betreuern aus der Ukraine ins Ausland geflohen sind. Beispiele dafür sind Gruppen, die in der Türkei, Italien aber auch in Österreich Zuflucht gefunden haben. Eine Gruppe lebt im Burgenland in der Gemeinde Neudauberg; in einem ehemaligen Hotel sind dort 52 Kinder und 20 ukrainische Betreuer untergebracht. Während ukrainische Behörden alles daransetzen, diese Kinder so rasch wie möglich zu repatriieren, leistet die österreichische Hilfsorganisation dagegen massiven Widerstand. Über den Kampf um die Kinder berichtet unser Ukraine-Korrespondent Christian Wehrschütz:

Berichtsinsert: Christian Wehrschütz aus dem Burgenland
Kamera: Predrag Crvenkovic, Schnitt Mica Vasilijevic

Insert1: Petro Petuch, Leiter des Kinderheimes in Kropivnitskij

Insert2: Pascale Vayer, Verein „Kleine Herzen“

Insert3: Leonhard Schneemann, Landesrat für Soziales

Gesamtlänge: 3’22

Im März 2022 wurde ein kompletter Kindergarten aus der Stadt Kropiwnitzkij, 200 Kilometer südwestlich von Kiew, vor dem russischen Vormarsch ins Burgenland evakuiert. In Neudauberg fanden die Flüchtlinge in einem Hotel eine sichere Unterkunft. Die Kinder sind entweder Waisen oder soziale Waisen, viele sind körperlich oder geistig behindert. Drei Jahre später nützen 24 der 52 Kinder ebenfalls Kleinbusse zum Transport – allerdings in die Schule und in den Kindergarten und in einem friedlichen Umfeld. Vier Kinder gehen in die Volksschule, 9 in den Kindergarten und 11 besuchen eine Sonderschule; die anderen Kinder werden in dem ehemaligen Hotel betreut, und zwar von den ukrainischen Erzieherinnen unter Leitung von Petro Petuch. Nach dem Willen ukrainischer Behörden sollen alle Kinder in ihre Heimat zurückkehren:

14’44
„Wenn wir auf die Waage legen, ob wir zurückkehren oder nicht zurückkehren, dann sollten wir in erster Linie im Interesse der Kinder handeln. Der Krieg ist sehr schlecht, aber er ist vorübergehend. Das Leben eines Kindes geht weiter und das Kind muss sich entwickeln. Die Kinder sind Ukrainer und müssen sich in der ukrainischen Gesellschaft entwickeln und sich in sie integrieren. Gott sei Dank gab es in Kropiwnitskij während des Krieges nur zwei ziemlich ernsthafte Angriffe aber keine Einschläge dort, wo sich unser Zentrum befindet.“

Völlig anders sieht die Lage Pascale Vayer, die Leiterin der Hilfsorganisation „Kleine Herzen“. Sie hat die Evakuierung organisiert und ist für die Kinder eine äußerst wichtige Bezugsperson. Die gebürtige Französin hat große Erfahrung in der Kinderbetreuung; eine Rückkehr in die Ukraine lehnt sie strikt ab:

3'43'1 - Wo ist Sicherheit in der Ukraine - 4'03'4
"Wo ist es sicher in der Ukraine, .... bombardiert und schwer."

Ein Lokalaugenschein in Kropiwnitzkij durch ein Team des ORF ergibt ein gemischtes Bild. Einerseits war die Zahl der Angriffe bisher tatsächlich gering, anderseits erzählen Einwohner, dass regelmäßig Fliegeralarm zu hören ist, der Kinder traumatisieren kann. Nicht klären ließ sich auch die Frage, ob die Betreuung im Zentrum in der Ukraine ebenso gut wäre wie in Österreich.

Nicht zu vernachlässigen sind auch die finanziellen Aufwendungen aus Österreich. Der private Quartiergeber investierte mehr als 200.000 Euro in die Modernisierung des ehemaligen Hotels; noch größer sind die Ausgabe des Burgenlandes:

Schneemann 1'46'9 - Kosten für das Burgenland - 2'10'6
"Das Land Burgenland hat in den letzten drei Jahren .... aus der Ukraine auch mit dabei."

Eine Rolle in dieser Frage spielt auch das österreichische Außenministerium in Wien, das sich bemüht zu diesem Thema eine Lösung zu finden. In einer Antwort auf die E-Mail des ORF aus dem Kabinett der Außenministerin heißt es:
„Ein Zurückbringen der Kinder vor Kriegsende oder einem Waffenstillstand ist aus unserer Sicht daher nicht zumutbar.“
Das deutet eher darauf hin, dass die Kinder weiter im Burgenland bleiben können; das wäre wohl auch im Interesse der österreichischen Steuerzahler; denn wozu wurde so viel Geld in den Schutz dieser Kinder investiert, wenn sie nun in ein vom Krieg geschütteltes Land zurückkehren sollten.

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