Ukraine COVID Salzburger Investor

Ukraine / Fernsehen / Salzburg Heute / 2020-12-19 19:00

Einleitung

In der Ukraine leidet die Bevölkerung stärker als in vielen anderen Ländern unter der Corona-Pandemie. Das Gesundheitssystem ist völlig überlastet, vielfach sind Angehörige auf sich allein gestellt, wenn Verwandte mit dem Virus infiziert sind. Das geht soweit, dass selbst Medikamente und Sauerstoffgeräte gekauft werden müssen, weil in den Spitälern Mangel herrscht. Betroffen

Detail

In der Ukraine leidet die Bevölkerung stärker als in vielen anderen Ländern unter der Corona-Pandemie. Das Gesundheitssystem ist völlig überlastet, vielfach sind Angehörige auf sich allein gestellt, wenn Verwandte mit dem Virus infiziert sind. Das geht soweit, dass selbst Medikamente und Sauerstoffgeräte gekauft werden müssen, weil in den Spitälern Mangel herrscht. Betroffen von der Pandemie sind auch Investoren aus Salzburg, wie etwa ein Autoimporteur mit 200 Mitarbeitern. Im Großhandel sind 15 Prozent der Belegschaft bereits infiziert, bei Werkstätten und Händlern 30 Prozent. Wie die Selbsthilfe dieses Betriebes funktioniert, hat unser Ukraine-Korrespondent Christian Wehrschütz recherchiert:

Berichtsinsert: Christian Wehrschütz aus Kiew

Kamera: Sascha Alexsejev, Schnitt: Mica Vasiljevic

Insert1: Fedir Lapij , Leiter des Expertenteams für Profilaxe des Immunsystems

Insert2: Josef Graf, Generalmanager Porsche in der Ukraine

Insert3: Josef Graf, Generalmanager Porsche in der Ukraine

Gesamtlänge: 2’42

Die Corona-Krise hat die Ukraine fest im Griff; ihr wahres Ausmaß lässt sich nicht feststellen, weil es viel zu wenige Tests gibt, und meistens nur jene getestet werden, die bereits klare Symptome aufweisen. Schlimm ist es um die Spitäler bestellt:

Fedir Lapij (1) 16'53'6 - Lage in Krankenhäusern - 18'36

"Vor einem Monat konnte man noch von einer Katastrophe sprechen; damals waren viele Krankenhäuser überfüllt und der Mangel an Sauerstoff war groß. Ich kann nicht sagen, dass die Lage jetzt besser geworden ist, doch sie hat sich etwas gebessert."

Eine nennenswerte Hilfe für Betriebe durch die Regierung gibt es kaum. Ausländische Investoren, wie dieser Autoimporteur aus Salzburg, sind daher zur Selbsthilfe gezwungen:

10'26'7 - Tests durch Porsche - 10'55

"Wir testen im Bürobetrieb also auf Importeurs-Seite bei Verdachtsfällen sehr ausgiebig dann auch alle Kontaktpersonen, die wir identifizieren können, auch im Familienumfeld. Wir testen im Einzelhandel, der wesentlich fokussierter ist von der Kundenfrequenz und Anwesenheit im Betrieb einmal wöchentlich automatisch den ganzen Personalbestand durch."

Test kostet die Firma jetzt 60 Euro pro Person, Ergebnisse liegen binnen 36 Stunden vor; Graf selbst hat bereits 12 Tests hinter sich; doch woher kommen die Tests?

11'19' - Ankauf bei privater Klinik - 11'38'4

"Wir kooperieren mit einer privaten Klinik; ihr ärztliches Personal geht in die Betriebe, um die Proben zu nehmen, die dann in privaten Labors verarbeitet und analysiert werden. Im staatlichen Bereich ist das in dem Umfang nicht möglich, da gibt es lange Wartezeiten und lange Schlangen vor den Türen."

Für alle Mittarbeiter hat die Firma Pulsoximeter beschafft, die die Sauerstoffsättigung im Blut messen können, um riskante Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. Außerdem wurden Sauerstoff-Konzentratoren beschafft, die Infizierten als Überbrückungshilfe dienen, wenn kein Krankenhausplatz verfügbar ist. Neben allen üblichen Vorsichtsmaßnahmen hat die Firma auf 14-tägigen Schichtbetrieb umgestellt, und zahlt den Mitarbeitern Taxis, um öffentliche Verkehrsmittel vermeiden zu können. Der Neuwagen-Markt ist in der Ukraine übrigens nur um fünf Prozent eingebrochen, ist aber sehr klein gemessen an der Größe des Landes. Verkauft wurden 83.000 Autos; 2008 war mit 620.000 Autos das beste Jahr. Auch dieser Vergleich zeigt, wie weit die Ukraine nun von ihren besten Zeiten entfernt ist.