Donezk im Gleichschritt Marsch mir Russland

Ukraine / Fernsehen / ZiB1 / 2020-06-28 19:30

Einleitung

In Russland stimmt noch bis 1. Juli die Bevölkerung über die Änderung der Verfassung ab, die es dem amtierenden Präsidenten Vladimir Putin ermöglichen soll, noch viele Jahre an der Macht zu bleiben. Mitstimmen dürfen dieses Mal auch Bewohner aus den prorussisch kontrollierten Rebellengebieten in der Ostukraine. Vor mehr als einem Jahr begann Russland, auch in Donezk und Lugansk russische Pässe auszugeben; etwa 300.000 Ukrainer haben so bereits russische Pässe. Darüber hinaus wird die Integration dieser Gebiete in Russland immer stärker, je länger der Frieden auf sich warten lässt:

Detail

In Russland stimmt noch bis 1. Juli die Bevölkerung über die Änderung der Verfassung ab, die es dem amtierenden Präsidenten Vladimir Putin ermöglichen soll, noch viele Jahre an der Macht zu bleiben. Mitstimmen dürfen dieses Mal auch Bewohner aus den prorussisch kontrollierten Rebellengebieten in der Ostukraine. Vor mehr als einem Jahr begann Russland, auch in Donezk und Lugansk russische Pässe auszugeben; etwa 300.000 Ukrainer haben so bereits russische Pässe. Darüber hinaus wird die Integration dieser Gebiete in Russland immer stärker, je länger der Frieden auf sich warten lässt:

Berichtsinsert: Christian Wehrschütz

Insert1: Ljubow Tichonowna, Pensionistin im Ort Wesjolij,

Insert2: Oksana Schtschetinina, Mitter von drei Kindern in der Ostukraine

Gesamtlänge: 1‘27

Am selben Tag wie Moskau feierte auch Donezk jüngst den Sieg der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg. Die Traditionspflege orientiert sich ganz an Russland, mit dessen Hilfe aus Freischärlern organisierte Milizen wurden. Aus einem Bewegungskrieg wurde ein Stellungskrieg; Dörfer an der Frontlinie veröden immer mehr; zurückbleiben vorwiegend ältere Personen, die auch vom Roten Kreuz mit Baumaterial und an deren lebenswichtigen Dingen versorgt werden.

"Wasser und Gas hat man uns gebracht, und die Stromleitungen haben sie erneuert. Möge sie Gott gesund erhalten."

Zusätzlich erschwert das Leben die Corona-Krise. Diese Frau mit drei Kindern, eines davon behindert, musste allein zurechtkommen, weil ihr Mann auf ukrainisch-kontrollierte Seite war, als die Frontlinie für fast vier Monate unpassierbar wurde:

"Mein Mann war nie länger als drei Tage weg. Ich wusste schon nicht mehr, was ich den Kindern sagen sollte."

Nun sind einige Übergänge wieder offen, doch auf beiden Seiten muss man 14 Tage in Quarantäne; die Zahl der Übertritte ist daher viel geringer als vor COVID19 und die Mühen der Zivilisten durften von Donezker Seite aus nicht gefilmt werden.