Corona Quarantäne und Leihmutterschaft

Ukraine / Fernsehen / ZiB1 / 2020-05-16 19:30

Einleitung

Die Ukraine ist eines der wenigen Länder in Europa, in denen Leihmuttschaft erlaubt und auch kaum geregelt ist. Diese Möglichkeit nutzen auch viele Ausländer, von China über die USA bis nach Österreich. Doch wegen des Corona-Virus herrscht in der Ukraine Quarantäne und die Grenzen sind geschlossen

Detail

Die Ukraine ist eines der wenigen Länder in Europa, in denen Leihmuttschaft erlaubt und auch kaum geregelt ist. Diese Möglichkeit nutzen auch viele Ausländer, von China über die USA bis nach Österreich. Doch wegen des Corona-Virus herrscht in der Ukraine Quarantäne und die Grenzen sind geschlossen. Viele Eltern können seit fast zwei Monaten ihre Kinder nicht abholen; etwa 199 Fälle sind bekannt, fast täglich werden es mehr:

Berichtsinsert: Christian Wehrschütz

Insert1: Sergij Antonow, Gründer der Agentur IRTSA

Insert2: Sergij Antonow, Gründer der Agentur IRTSA

Gesamtlänge: 1’42

Dieses Video einer der größten Kliniken in Kiew sorgte nun dafür, dass das Problem von Leihmutterschaft in Corona-Zeiten nicht nur in der Ukraine zum Thema wurde. Gezeigt wurden Babys, die auf die Abholung durch ihre biologischen Eltern aus dem Ausland warten. In diesem Hotel sind diese Kinder untergebracht; doch das sei nur ein Fall, betont Sergij Antonow, der Klienten aus der ganzen Welt betreut, die Leihmütter in der Ukraine suchen:

"Andere Agenturen haben vor allem Wohnungen gemietet, doch dort sind natürlich viel weniger Kinder. Siewurden in Übereinstimmung mit den Eltern übernommen, die auch dafür bezahlten; dann wurde medizinisches Personal engagiert, die sich um diese Kinder kümmern."

Den Rückstau verstärkt auch der Umstand, dass die Ausstellung der nötigen Dokumente nun länger dauert:

"Viele Botschaften in Kiew nehmen keine Dokumente an auch von Eltern, die bereits zum Zeitpunkt der Quarantäne in der Ukraine waren. So haben wir jetzt mehr als 100 Ehepaare mit etwa 100 Kindern, bei denen das Verfahren zur Registrierung läuft. Doch es gibt viele Kliniken und Agenturen, und so werden jede Woche etwa 10 neue Kinder geboren."

Leihmütter – hier Archivaufnahmen – bekommen mehr als 10.000 Euro pro Kind, wenn die Agentur seriös ist; viele müssen nun auf ihre Bezahlung warten. In der Ukraine gibt es durchaus seriöse Kliniken und seriöse Agenturen, doch der Schwarzmarkt ist groß, und eine klare gesetzliche Regelung, die das Kindeswohl in den Vordergrund stellt, lässt weiter auf sich warten.