Reportage vom Übergang Stanica Luganska

Ukraine / Fernsehen / ZiB1 / 2019-12-08 19:00

Einleitung

Nach mehr als drei Jahren findet morgen in Paris wieder ein Gipfeltreffen zur Ukraine statt. Daran teilnehmen werden die Staats- und Regierungschefs der Ukraine, Russlands, Frankreichs und Deutschlands. Möglich wurde das Treffen nicht zuletzt durch den Machtwechsel in Kiew. Präsident Volodimir Selenskij versucht einen neuen Anlauf zum Frieden und hat sich auch bemüht, das Leben

Detail

Nach mehr als drei Jahren findet morgen in Paris wieder ein Gipfeltreffen zur Ukraine statt. Daran teilnehmen werden die Staats- und Regierungschefs der Ukraine, Russlands, Frankreichs und Deutschlands. Möglich wurde das Treffen nicht zuletzt durch den Machtwechsel in Kiew. Präsident Volodimir Selenskij versucht einen neuen Anlauf zum Frieden und hat sich auch bemüht, das Leben der Zivilisten im Kriegsgebiet zu erleichtern; dazu zählt der Wiederaufbau der Brücke bei einem der fünf Kontrollposten an der 400 Kilometer langen Frontlinie.

Berichtsinsert: Christian Wehrschütz aus der Ostukraine

Insert1: Olga, besuchte ihre Eltern in Stanica Luganska

 

Insert2: Nina, (76) Pensionistin in Lugansk

Gesamtlänge: 1’32

Stanica Luganska ist der einzige Übergang über die Frontlinie bei der prorussischen Rebellenhochburg Lugansk. Drei Jahre war der Fußmarsch eine Tortur, etwa 80 Menschen starben bei diesem Nadelöhr. Die neue Brücke erleichtert nun den Übergang sehr; hinzu kommt ein Autobus auf ukrainischer Seite, der die 900 Meter bis zum Kontrollposten hin und her pendelt. Besondere Transporte gibt es für gebrechliche und behinderte Menschen. Doch ein Nachteil bleibt:

„Die Bedingungen sind besser; doch man muss zu Fuß gehen. Wir haben ein Auto, mit dem Auto wäre es besser, doch bei uns gibt es keinen derartigen Übergang.“

Trotzdem hat der Warenverkehr deutlich zugenommen; Kiew lässt viel mehr Güter durch, und bis zur Schaufensterpuppe wird alles Mögliche transportiert. Viele Pensionisten müssen auf die ukrainische Seite, um ihre Rente zu beheben. Der Andrang bei den Bankomaten ist groß. Auch auf prorussischer Seite sind die Bedingungen deutlich besser; die Autobusse fahren zügig, ein Fahrschein kostet acht Eurocent. Klare Wünsche haben Pensionisten:

„Die Ukraine zahlt hier keine Pensionen; ich muss alle zwei Monate auf die andere Seite fahren, sonst verliere ich meine Pension. Warum bringt man die Pension nicht hierher zum Roten Kreuz?

Ob dieses Thema morgen beim Ukraine-Gipfel zu sprachen kommt ist ebenso offen wie die Frage, ob und wann auch dieses kleine Mädchen eine friedliche Zukunft haben wird.