Haushoher Sieg von Borut Pahor bei der Stichwahl
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Berichte Slowenien
Borut Pahors Sieg hat drei Gründe: erstens sein volksnaher Wahlkampf; so arbeitete er 280 Stunden in den verschiedensten Berufen, von der Müllabfuhr über den Erntehelfer bis zum Tierschutzheim. Das kam bei den Slowenen gerade in einer Zeit gut an, wo das Vertrauen in die gesamte politische Elite enorm gesunken ist. Dagegen führte Türk einen klassischen Wahlkampf. Zweitens war die Wahlbeteiligung mit 41.5 Prozent noch niedriger als im ersten Wahlgang. Auch das nutzte Pahor, weil für ihn auch Anhänger des konservativen Ministerpräsidenten Janez Jansa stimmten, für die Danilo Türk wegen seiner scharfen Kritik an der Regierung ein rotes Tuch ist. Dagegen sieht Pahor derzeit keine Alternative zur Regierung. Pahor will als Präsident ausgleichend wirken; das wird nicht leicht sein; der Präsident hat nur wenig Macht, und die politischen und persönlichen Gegensätze zwischen Regierung und Opposition sind massiv.