Beitrag aus Slowenien zu Fremdenverkehr, Wirtschaft und Politik

Slowenien / Fernsehen / Dobar dan Koroska / 2020-06-13 12:00

Einleitung

Slowenien hat die Corona-Krise sehr gut gemeistert und die Epidemie bereits im Mai für beendet erklärt. Doch so sehr sich das Leben nun auch normalisiert, so bleiben die wirtschaftlichen Folgen der Krise weiterhin nur schwer kalkulierbar. Wirtschaftsexperten rechnen mit einer Rezession von 6,5 bis 9 Prozent, das bedeutet noch immer eine große Bandbreite. Zu den Unsicherheitsfaktoren zählt, dass Slowenien 80 Prozent der Wirtschaftsleistung durch Exporte erwirtschaftet;

Detail

Slowenien hat die Corona-Krise sehr gut gemeistert und die Epidemie bereits im Mai für beendet erklärt. Doch so sehr sich das Leben nun auch normalisiert, so bleiben die wirtschaftlichen Folgen der Krise weiterhin nur schwer kalkulierbar. Wirtschaftsexperten rechnen mit einer Rezession von 6,5 bis 9 Prozent, das bedeutet noch immer eine große Bandbreite. Zu den Unsicherheitsfaktoren zählt, dass Slowenien 80 Prozent der Wirtschaftsleistung durch Exporte erwirtschaftet; ein Viertel der Exporte entfällt auch die Autoindustrie, deren Erholung noch nicht absehbar ist. 12 Prozent erwirtschaftet Slowenien durch den Tourismus; durch Boni für Slowenen versucht die Regierung den Heimmarkt zu stärken; doch etwa im Soca-Tal entfielen im Vorjahr mehr als 80 Prozent der Gäste auf Ausländer, dazu zählen auch Steirer; ein nicht nur touristischer Lokalaugenschein von unserem Balkan-Korrespondenten Christian Wehrschütz:

Bericht: Christian Wehrschütz aus Slowenien

Kamera Andrej Suvacarov

Schnitt Mica Vasiljevic

Insert1: Janko Kumar, Tourismusdirektor der Region Soca

Insert2: Matthew Calderaro, US-Amerikaner, der in Kärnten lebt

Insert3: Ales Hvala, Hotel und Restaurant Topli Val in Kobarit

Insert4: Jasa Jenull, Theaterregisseur

Insert5: Peter Frankl, Casnik Finance

Gesamtlänge: 5,06

Mit seinen Naturschönheiten und den vielen sportlichen Möglichkeiten wirbt der Tourismusverband des Soca-Tals um Gäste aus aller Welt. Im Vorjahr kamen Gäste aus mehr als 60 Staaten hierher; die Tourismuseinnahmen betrugen etwa 100 Millionen Euro:

Janko Kumar 0'44 - Vorjahr und Virus - 1'44 (60)

"Lansko Leto - popiamo nasaj."

Am Fluss trifft man bereits auf einige Touristen, die die wieder bestehende Reisefreiheit nutzen; dazu zählt ein Amerikaner, der seit Jahren in Krumpendorf lebt und einen Großhandel für Fliegenfischer betreibt:

"Wir haben einen Überraschungsfisch hier, der heißt Marmorata; das können 20 Kilo sein; und das ist der Heimplatz für diesen Fisch; den findet man nur an einem Fluss, der in die Adria mündet."

Der Tourismusverband hofft, 50 Prozent des Vorjahresergebnisses erreichen zu können. Beliebt ist die Region nicht nur wegen ihrer landschaftlichen Reize, sondern auch wegen ihrer Geschichte. So zieht das Militärmuseum in Karfreit ebenfalls viele Besucher an, denn die Soca-Front war im Ersten Weltkrieg ein Brennpunkt der Kämpfe zwischen Österreich und Italien. Neben Deutschen und Österreichern kamen viele Gäste auch aus Übersee, die in dieser Saison wohl ausbleiben werden:

Ales Hvala 3'25 - Probleme Transport 3'57 (32)

Jaz smislim, da - enostavno lahkotno ne naprej."

In Slowenien rechnen Experten mit einem Wirtschaftsrückgang zwischen 6,5 und 9 Prozent. Die Bandbreite ist weiter groß; die Folgen der Krise sind noch nicht klar abschätzbar.

In Slowenien hat sich das öffentliche Leben wieder weitgehend normalisiert; die Corona-Krise hat das Land an sich sehr gut gemeistert. Trotzdem demonstrieren seit Wochen Tausende Slowenen am Freitag mit dem Fahrrad gegen die Regierung von Ministerpräsident Janez Jansa. Der Theater-Regisseur Jasa Jenull zählt zu den bekanntesten Aktivisten; seine Video-Clips fanden starke Verbreitung; unzufrieden ist er grundsätzlich mit der Politik der Regierung:

1'06 - Kritik an Regierung - 1'48 (42) (Clips – „Roboter“)

"Zacel se napadad .... s temi potezsami."

Doch eine Alternative zur Regierung bieten diese Demonstranten nicht an:

Peter Frankl 17'12 - Heterogene Demonstranten - 17'41'6 (30)

"Perspektive te demonstracije - odgovor nimajo.

Somit wird die amtierende Regierung wohl auch weiter gegen die Folgen der Corona-Krise anzukämpfen haben. Ihr Ausmaß wird nicht nur im Fremdenverkehr, sondern in Slowenien insgesamt davon abhängen wie schwer die Krise Europa tatsächlich treffen wird.