Slowenien, sein Tourismus und die Corona-Folgen für die Wirtschaft

Slowenien / Fernsehen / Steiermark Heute / 2020-06-10 19:00

Einleitung

Slowenien hat die Corona-Krise sehr gut gemeistert und die Epidemie bereits im Mai für beendet erklärt. Doch so sehr sich das Leben nun auch normalisiert, so bleiben die wirtschaftlichen Folgen der Krise weiterhin nur schwer kalkulierbar. Wirtschaftsexperten rechnen mit einer Rezession von 6,5 bis 9 Prozent, das bedeutet noch immer eine große Bandbreite. Zu den Unsicherheitsfaktoren zählt, dass Slowenien 80 Prozent der Wirtschaftsleistung durch Exporte erwirtschaftet; ein Viertel der Exporte entfällt auch die Autoindustrie, deren Erholung noch nicht absehbar ist. 12 Prozent erwirtschaftet Slowenien durch den Tourismus; durch

Detail

Slowenien hat die Corona-Krise sehr gut gemeistert und die Epidemie bereits im Mai für beendet erklärt. Doch so sehr sich das Leben nun auch normalisiert, so bleiben die wirtschaftlichen Folgen der Krise weiterhin nur schwer kalkulierbar. Wirtschaftsexperten rechnen mit einer Rezession von 6,5 bis 9 Prozent, das bedeutet noch immer eine große Bandbreite. Zu den Unsicherheitsfaktoren zählt, dass Slowenien 80 Prozent der Wirtschaftsleistung durch Exporte erwirtschaftet; ein Viertel der Exporte entfällt auch die Autoindustrie, deren Erholung noch nicht absehbar ist. 12 Prozent erwirtschaftet Slowenien durch den Tourismus; durch Boni für Slowenen versucht die Regierung den Heimmarkt zu stärken; doch etwa im Soca-Tal entfielen im Vorjahr mehr als 80 Prozent der Gäste auf Ausländer, dazu zählen auch Steirer; ein nicht nur touristischer Lokalaugenschein von unserem Balkan-Korrespondenten Christian Wehrschütz:

Bericht: Christian Wehrschütz aus Slowenien

Kamera Andrej Suvacarov

Schnitt Mica Vasiljevic

Insert1: Janko Kumar, Tourismusdirektor der Region Soca

Insert2: Michael, Fliegenfischer aus der Schweiz

Insert3: David Kubala, Generaldirektor der Firma Helios,

Gesamtlänge: 2’32

Mit seinen Naturschönheiten und den vielen sportlichen Möglichkeiten wirbt der Tourismusverband des Soca-Tals um Gäste aus aller Welt. Im Vorjahr kamen Gäste aus mehr als 60 Staaten hierher; die Tourismuseinnahmen betrugen etwa 100 Millionen Euro:

"Das Vorjahr war das fünfte Rekordjahr in Folge für unser Tal. Wir hatten 350.000 Gäste und 850.000 Nächtigungen. Damit sind wir die fünfte Tourismusdestination in Slowenien. Doch heuer sind wir mit einer völlig anderen Lage konfrontiert; das Corona-Virus hat ab Mitte März unsere Aktivitäten auf null reduziert. Doch langsam kehrt nun der Tourismus zurück."

Langsam ist das richtige Wort, obwohl die stärksten Monate der Juli und August sind. Doch am Fluss trifft man bereits auf einige Touristen, die die wieder bestehende Reisefreiheit nutzen:

„Ganz spontan, als wir gehört haben, die Grenzen öffnen sich, wir probieren das; jetzt wenig Leute, die Fische hatten Ruhe, sind wir am Montag in der Früh angereist, und ich denke, wir bleiben bis Samstag oder Sonntag."

Der Fluss Soca, in der Steiermark auch als Isonzo bekannt, ist auch bei Kajak-Fahrern sehr beliebt. Im Soca-Tal hofft man, etwa 50 Prozent der Vorjahreszahlen im Tourismus erreichen zu können; doch klare Prognosen fehlen in Slowenien noch, was den gesamten Wirtschaftsrückgang betrifft; selbst in einzelnen Betrieben hat sich die Corona-Krise unterschiedlich ausgewirkt. Ein Beispiel ist dieser Hersteller von Lacken und Kunstharzen, der 1.100 Mitarbeiter beschäftigt.

"April, Mai sieht man natürlich im Bereich Industriebeschichtungen geht der Umsatz hinunter; andererseits merkt man auch im Bereich "Do it yourself" Menschen kaufen Lasuren und Wandfarben ein wie verrückt; wir wissen nicht, wohin das geht. Wir vermuten, dass die Ehemänner von ihren Frauen zu Hause gezwungen werden, die Terrassen zu streichen, die Wohnzimmer zu streichen; da sind die Regale leer in den Geschäften momentan; das Verhalten ist sehr unterschiedlich; wir sehen das Holzbeschichtungen für Möbel massiv zurückgehen."

Drei Viertel der Produkte werden exportiert, das entspricht in etwa dem Anteil der slowenischen Exporte an der gesamten Wirtschaftsleistung. Somit wird das Ausmaß der Krise nicht nur im Fremdenverkehr, sondern in Slowenien insgesamt auch davon abhängen wie schwer die Folgen Corona-Krise Europa tatsächlich treffen.