Lage in Slowenien und Corona Virus

Slowenien / Fernsehen / Steiermark Heute / 2020-03-18 19:00

Einleitung

Von allen Teilrepubliken des ehemaligen Jugoslawien weist Slowenien bisher die größte Zahl an Personen auf, die mit dem Corona-Virus infiziert sind. Das hat aber auch damit zu tun, dass in Slowenien am umfassendsten getestet wird. So wurden in Slowenien bereits mehr als 8.700 Personen getestet, und liegt damit im internationalen Spitzenfeld und auch vor Österreich. In Slowenien sind derzeit 284 Personen infiziert, eine Person ist gestorben. Auf welche Weise Slowenien gegen das Virus kämpft, und wie das Virus das Leben an der Grenze zu Italien beeinflusst, hat unser Balkan-Korrespondent Christian Wehrschütz recherchiert:

Detail

Von allen Teilrepubliken des ehemaligen Jugoslawien weist Slowenien bisher die größte Zahl an Personen auf, die mit dem Corona-Virus infiziert sind. Das hat aber auch damit zu tun, dass in Slowenien am umfassendsten getestet wird. So wurden in Slowenien bereits mehr als 8.700 Personen getestet, und liegt damit im internationalen Spitzenfeld und auch vor Österreich. In Slowenien sind derzeit 284 Personen infiziert, eine Person ist gestorben. Auf welche Weise Slowenien gegen das Virus kämpft, und wie das Virus das Leben an der Grenze zu Italien beeinflusst, hat unser Balkan-Korrespondent Christian Wehrschütz recherchiert:

Berichtsinsert: Christian Wehrschütz

Schnitt: Mica Vasiljevic

Kamera: Miha Dolinsek

Insert1: Dr. Bojana Beovic, Expertin im Krisenstab der Regierung

Insert2: Dr. Bojana Beovic, Expertin im Krisenstab der Regierung

Gesamtlänge: 2’50

Auch in Laibach und anderen slowenischen Städten hat der Corona-Virus das öffentliche Leben weitgehend lahmgelegt. Nur wenige Menschen sind auf den Straßen, Kaffes und Restaurants sind geschlossen.

„Wir fühlen diese Krise, es gibt niemanden, keine Busse, keine 
Züge; dass bedeutet, dass auch wir Taxifahrer keine Arbeit haben, 
dass ist das Problem; offensichtlich sind die Leute zu Hause geblieben, arbeiten nicht, und auch die Kinder sind zu Hause.“

So mancher Slowene ist nach wie vor perplex über die Einschränkungen, die der Kampf gegen das Virus erforderlich macht:

„So etwas habe ich niemals erlebt, das ist unglaublich. Alle Straßen sind leer. Flugzeuge werden nicht fliegen, so etwas gab es  als die Pest hier war. Dass ist für mir sehr  merkwürdig, wie es dazu gekommen ist, quasi über Nacht.“

Auch am Markt ist der Andrang viel geringer, obwohl er natürlich für die Nahversorgung weiter wichtig ist:


Wir haben Handschuhe und Desinfektionsmittel, für alle Fälle. Wir sind hier, weil wir die  Lebensmittel verkaufen müssen, die man für das Überleben braucht. Und jetzt  werden wir sehen, wie das weiter gehen wird.“

In derartigen Stationen werden Personen getestet, die stärkere Symptome der Erkrankung aufweisen; 16 Stationen gibt es im ganzen Land:

"Slowenien hat drei größere Brennpunkte: erstens in der Umgebung von Laibach, zweitens im Südosten und drittens östlich von Laibach. Die Struktur der Betroffenen ist sehr unterschiedlich. Einerseits haben wir Erkrankte mittleren Alters; sie waren im Ausland und haben die Krankheit mitgebracht; durch Kontakte erkrankt sind auch einige alte Menschen, und der Verstorbene war auch ein alter Mensch."

Zur Aufnahme von Infizierten soll auch eine Kaserne der Streitkräfte dienen, sollten die Zahlen stark ansteigen:

"Das slowenische Gesundheitswesen ist gut organisiert, doch ist sein Umfang bescheiden. Somit haben wir keine großen Reserven; daher befassen wir uns derzeit sehr intensiv mit der möglichen Zunahme der Erkrankungen."

Seine Grenzen hat Slowenien nicht geschlossen, wohl aber gibt es massive Beschränkungen im Reiseverkehr etwa aus Italien. Einreisen dürfen Italiener nur, wenn sie ein Attest vorweisen, das nicht älter als drei Tage ist. Der Flughafen von Laibach hat seinen Betrieb aber eingestellt. Die wirtschaftlichen Folgen des Corona-Virus sind auch in Slowenien derzeit noch ebenso wenig abschätzbar wie die Dauer der Krise.