Slowenien und Corona Virus

Slowenien / Radio / Radio Kärnten / 2020-03-18 12:30

Einleitung

Von allen Teilrepubliken des ehemaligen Jugoslawien weist Slowenien bisher die größte Zahl an Personen auf, die mit dem Corona-Virus infiziert sind. Das hat aber auch damit zu tun, dass in Slowenien am umfassendsten getestet wird. So wurden in Slowenien bereits mehr als 7.500 Personen getestet; in Kroatien sind es knapp 900 Personen. In Slowenien sind derzeit 275 Personen infiziert, fünf Personen liegen auf der Intensivstation, eine Person ist gestorben. Auf welche Weise Slowenien gegen das Virus kämpft, und wie das Virus das Leben an der Grenze zu Italien beeinflusst, hat unser Balkan-Korrespondent Christian Wehrschütz recherchiert:

Detail

Von allen Teilrepubliken des ehemaligen Jugoslawien weist Slowenien bisher die größte Zahl an Personen auf, die mit dem Corona-Virus infiziert sind. Das hat aber auch damit zu tun, dass in Slowenien am umfassendsten getestet wird. So wurden in Slowenien bereits mehr als 7.500 Personen getestet; in Kroatien sind es knapp 900 Personen. In Slowenien sind derzeit 275 Personen infiziert, fünf Personen liegen auf der Intensivstation, eine Person ist gestorben. Auf welche Weise Slowenien gegen das Virus kämpft, und wie das Virus das Leben an der Grenze zu Italien beeinflusst, hat unser Balkan-Korrespondent Christian Wehrschütz recherchiert:

Auch in Laibach und anderen slowenischen Städten hat der Corona-Virus das öffentliche Leben weitgehend lahmgelegt. Nur wenige Menschen sind auf den Straßen, Busse fahren nicht, Kaffes und Restaurants sind geschlossen. Wie eine Straßenbefragung zeigt, ist so mancher Slowene nach wie vor perplex über die Einschränkungen, die der Kampf gegen das Virus erforderlich macht:

„So etwas habe ich niemals erlebt, das ist unglaublich. Alle Straßen sind leer. Flugzeuge fliegen nicht, so etwas gab es  als die Pest hier war. Dass ist für mir sehr  merkwürdig, wie es dazu gekommen ist, quasi über Nacht.“

Auch am Markt ist der Andrang viel geringer, obwohl er natürlich für die Nahversorgung weiter wichtig ist; eine Marktfrau sagt:


„Wir haben Handschuhe und Desinfektionsmittel, für alle Fälle. Wir sind hier, weil wir die  Lebensmittel verkaufen müssen, die man für das Überleben braucht. Und jetzt  werden wir sehen, wie das weiter gehen wird.“

In Container-Stationen werden Personen getestet, die stärkere Symptome der Erkrankung aufweisen; 16 Stationen gibt es im ganzen Land; zur Aufnahme von Infizierten soll auch eine Kaserne der Streitkräfte dienen, sollten die Zahlen stark ansteigen; zur Lage des Gesundheitswesens sagt Bojana Beovic, Expertin im Krisenstab der Regierung:

"Das slowenische Gesundheitswesen ist gut organisiert, doch ist sein Umfang bescheiden. Somit haben wir keine großen Reserven; daher befassen wir uns derzeit sehr intensiv mit der möglichen Zunahme der Erkrankungen."

Seine Grenzen hat Slowenien nicht geschlossen, wohl aber gibt es massive Beschränkungen im Reiseverkehr etwa aus Italien. Einreisen dürfen Italiener nur, wenn sie ein Attest vorweisen, das nicht älter als drei Tage ist. Noch nicht absehbar sind in Slowenien die wirtschaftlichen Folgen des Virus - auch für den Flughafen von Laibach, der seinen Betrieb ebenfalls eingestellt hat.