Lage in Slowenien und Corona Virus

Slowenien / Fernsehen / kärnten heute / 2020-03-17 19:00

Einleitung

Von allen Teilrepubliken des ehemaligen Jugoslawien weist Slowenien bisher die größte Zahl an Personen auf, die mit dem Corona-Virus infiziert sind. Das hat aber auch damit zu tun, dass in Slowenien am umfassendsten getestet wird. So wurden in Slowenien bereits mehr als 7.500 Personen getestet; in Kroatien sind es knapp 900 Personen. In Slowenien sind derzeit 275 Personen infiziert, fünf Personen liegen auf der Intensivstation, eine Person ist gestorben. Auf welche Weise Slowenien gegen das Virus kämpft, und wie das Virus das Leben an der Grenze zu Italien beeinflusst, hat unser Balkan-Korrespondent Christian Wehrschütz recherchiert:

Detail

Von allen Teilrepubliken des ehemaligen Jugoslawien weist Slowenien bisher die größte Zahl an Personen auf, die mit dem Corona-Virus infiziert sind. Das hat aber auch damit zu tun, dass in Slowenien am umfassendsten getestet wird. So wurden in Slowenien bereits mehr als 7.500 Personen getestet; in Kroatien sind es knapp 900 Personen. In Slowenien sind derzeit 275 Personen infiziert, fünf Personen liegen auf der Intensivstation, eine Person ist gestorben. Auf welche Weise Slowenien gegen das Virus kämpft, und wie das Virus das Leben an der Grenze zu Italien beeinflusst, hat unser Balkan-Korrespondent Christian Wehrschütz recherchiert:

Berichtsinsert: Christian Wehrschütz Kärnten Heute 17032020 Lage in Slowenien und Corona Virus Wehrsch Mod

Von allen Teilrepubliken des ehemaligen Jugoslawien weist Slowenien bisher die größte Zahl an Personen auf, die mit dem Corona-Virus infiziert sind. Das hat aber auch damit zu tun, dass in Slowenien am umfassendsten getestet wird. So wurden in Slowenien bereits mehr als 7.500 Personen getestet; in Kroatien sind es knapp 900 Personen. In Slowenien sind derzeit 275 Personen infiziert, fünf Personen liegen auf der Intensivstation, eine Person ist gestorben. Auf welche Weise Slowenien gegen das Virus kämpft, und wie das Virus das Leben an der Grenze zu Italien beeinflusst, hat unser Balkan-Korrespondent Christian Wehrschütz recherchiert:

Berichtsinsert: Christian Wehrschütz

Insert1: Dr. Bojana Beovic, Expertin im Krisenstab der Regierung

Insert2: Klemen Milkavic. Bürgermeister von Neu-Görz

Insert3: Rodolfo Ziberna, Bürgermeister von Görz

Gesamtlänge: 3’23

Auch in Laibach und anderen slowenischen Städten hat der Corona-Virus das öffentliche Leben weitgehend lahmgelegt. Nur wenige Menschen sind auf den Straßen, Busse fahren nicht, Kaffes und Restaurants sind geschlossen. So mancher Slowene ist nach wie vor perplex über die Einschränkungen, die der Kampf gegen das Virus erforderlich macht:

VoxPops

2:12: „So etwas habe ich niemals erlebt, das ist unglaublich. Alle Straßen sind leer. Flugzeuge werden nicht fliegen, so etwas gab es  als die Pest hier war. Dass ist für mir sehr  merkwürdig, wie es dazu gekommen ist, quasi über Nacht.“

Auch am Markt ist der Andrang viel geringer, obwohl er natürlich für die Nahversorgung weiter wichtig ist:


8:05 – Wir haben Handschuhe und Desinfektionsmittel, für alle Fälle. Wir sind hier, weil wir die  Lebensmittel verkaufen müssen, die man für das Überleben braucht. Und jetzt  werden wir sehen, wie das weiter gehen wird.“

In derartigen Stationen werden Personen getestet, die stärkere Symptome der Erkrankung aufweisen; 16 Stationen gibt es im ganzen Land; zur Aufnahme von Infizierten soll auch eine Kaserne der Streitkräfte dienen, sollten die Zahlen stark ansteigen:

2’04 – Gesundheitssystem – 2’21

"Das slowenische Gesundheitswesen ist gut organisiert, doch ist sein Umfang bescheiden. Somit haben wir keine großen Reserven; daher befassen wir uns derzeit sehr intensiv mit der möglichen Zunahme der Erkrankungen."

Seine Grenzen hat Slowenien nicht geschlossen, wohl aber gibt es massive Beschränkungen im Reiseverkehr etwa aus Italien. Einreisen dürfen Italiener nur, wenn sie ein Attest vorweisen, das nicht älter als drei Tage ist. Besonders betroffen sind die Zwillingsstädte Görz und Neu-Görz auf italienischer und slowenischer Seite;

Klemen Milkavic

Bürgermeister von Neu-Görz

0'11 - 1'14

"Die Menschen haben im großen Umfang Verständnis für die Lage; daher sind die Straßen und die Lokale leer, das Leben steht; hinzu kommt der Einfluss der geschlossenen Grenze. Neu-Görz und Görz sind Städte, die zusammenwachsen; was auf der einen Seite geschieht wirkt auch auf die andere Seite der Grenze. Bauern haben Felder auf der einen Seite, leben aber auf der anderen Seite. Ihr Leben hat sich auf den Kopf gestellt. Nur ein Übergang ist offen; wer kein Auto hat, kommt nur schwer auf die andere Seite.“

 

Die Grenze hier fiel erst durch den EU-Beitritt Sloweniens im Jahre 2004; auf italienischer Seite hat man umfassende Maßnahmen zur Versorgung getroffen:

 

Rodolfo Ziberna,

Bürgermeister von Görz

Dritte Antwort:

„Die Stadt hat einen Lieferservice für ältere Menschen eingerichtet. Derzeit liefern wir in unserer Region täglich 600 Fertiggerichte aus. Falls erforderlich, sind wir jedoch bereit, 600 bis 1000 und sogar 1500 Fertiggerichte pro Tag zu verteilen. Wir haben eine große Solidaritätskette erreicht, viele Verbände stehen uns zur Verfügung.“

Wirtschaftlich hängt Neu-Görz in enormem Ausmaß von italienischen Touristen ab, vom Restaurant bis zum Spielkasino. Doch die wirtschaftlichen Folgen sind noch nicht abschätzbar, auch für den Flughafen von Laibach, der nun ebenfalls den Betrieb eingestellt hat.