Bundeskanzler Karl Nehammer in Belgrad

Serbien / Radio / J18 / 2022-03-17 18:00

Einleitung

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine wirkt sich auch auf den Balkan aus. Besonders betroffen ist Serbien, das traditionell enge Beziehungen zu Russland hat, und sich bei den EU-Sanktionen besonders schwer tut; Sanktionen trägt Belgrad nicht mit, doch hat es in der UNO für die Resolution gestimmt, die die russische Aggression gegen die Ukraine verurteilt hat. Gute Beziehungen zu Serbien hat auch Österreich. Bundeskanzler Karl Nehammer war heute in Belgrad, um die EU-Perspektive des Westbalkan zu betonen; aus Belgrad berichtet Christian Wehrschütz:

Detail

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine wirkt sich auch auf den Balkan aus. Besonders betroffen ist Serbien, das traditionell enge Beziehungen zu Russland hat, und sich bei den EU-Sanktionen besonders schwer tut; Sanktionen trägt Belgrad nicht mit, doch hat es in der UNO für die Resolution gestimmt, die die russische Aggression gegen die Ukraine verurteilt hat. Gute Beziehungen zu Serbien hat auch Österreich. Bundeskanzler Karl Nehammer war heute in Belgrad, um die EU-Perspektive des Westbalkan zu betonen; aus Belgrad berichtet Christian Wehrschütz:

Serbien hat nach wie vor ein gespaltenes Verhältnis zur Europäischen Union und zum Westen an sich. Einerseits will das Land der EU beitreten und ist wirtschaftlich massiv an die EU angebunden. Andererseits wirkt der NATO-Krieg um den Kosovo noch nach, bestehen traditionell enge Beziehungen zu Russland, und auch die Sanktionen des Westens sind noch nicht vergessen. Daher werden Wirtschaftssanktionen von der Politik nicht mitgetragen; bei der Wirtschaft ist das differenzierter, betont Ministerpräsidentin Anna Brnabic:

„Firmen aus EU-Ländern müssen die Sanktionen gegen Russland umsetzen; sie können nichts aus Russland importieren noch in dieses Land exportieren. Das gilt für alle Firmen aus der EU, wie die Autozulieferindustrie, Zementfabriken bis hin zu IT-Firmen. Das bedeutet eine große Herausforderung für unsere Wirtschaft.“

Brnabic war der erste Gesprächspartner, mit dem Bundeskanzler Karl Nehammer in Belgrad zusammentraf. Die bilateralen Beziehungen sind eng; österreichische Firmen beschäftigen 22.000 Mitarbeiter in Serbien. Daher sagte Karl Nehammer:

2'11'9 - Partner für Serbien -2'29'3 (18)

"Das wichtige ist, dass wir an der Seite Serbiens sind auch als Brückenbauer in die EU hinein, weil Serbien für uns ein wichtiger strategischer Partner ist, die Westbalkan-Staaten in ihrer Gesamtheit; und wir sie nicht jemandem anderen überlassen dürfen, sei es die Russische Föderation oder der Volksrepublik China."

Getroffen hat Bundeskanzler Karl Nehammer auch den serbischen Präsidenten Alexander Vucic; ihm sagen Umfragen bei der Präsidenten- und Parlamentswahl Anfang April neuerlich einen klaren Sieg voraus.