Kurz in Belgrad bei Vucic

Serbien / Zeitung / Kleine Zeitung / 2021-09-05 07:00

Einleitung

Die Balkan-Route ist für Österreich und die EU gleich aus mehreren Gründen wichtig; dazu zählen der Drogenschmuggel aber auch die illegale Migration, eine Herausforderung, die 2015 - im Jahr der „Völkerwanderung“ – für jeden augenscheinlich wurde. Österreich hat sein damals viel Geld und technische Hilfe investiert, um den Kampf gegen die illegale Migration effizienter zu gestalten aber auch um das Leben der Migranten und Flüchtlinge in den Lagern auf

Detail

Die Balkan-Route ist für Österreich und die EU gleich aus mehreren Gründen wichtig; dazu zählen der Drogenschmuggel aber auch die illegale Migration, eine Herausforderung, die 2015 - im Jahr der „Völkerwanderung“ – für jeden augenscheinlich wurde. Österreich hat sein damals viel Geld und technische Hilfe investiert, um den Kampf gegen die illegale Migration effizienter zu gestalten aber auch um das Leben der Migranten und Flüchtlinge in den Lagern auf dieser Route zu verbessern. Ein Beispiel ist Serbien, wo an der Grenze zu Nord-Mazedonien auch österreichische Polizisten im Einsatz sind. Die Balkasn-Route und die möglichen Folgen der Krise in Afghanistan waren auch ein Thema der Gespräche zwischen Bundeskanzler Sebastian Kurz und Serbiens Präsident Alexander Vucic. Im Anschluss daran sagte Kurz: "Derzeit gibt es Migrationsbewegungen noch innerhalb Afghanistans; wenn es dazu kommt, dass Menschen das Land verlassen, dann ist wichtig, dass Menschen in der Region versorgt werden und nicht nach Europa weiterziehen."

Präsident Vucic betonte, dass Serbien bereit sei, aus humanitären Gründen einige Hundert Flüchtlinge auf Afghanistan aufzunehmen; doch einschränkend fügte Vucic hinzu: "Serbien kann kein Parkplatz für derartige Flüchtlinge sein, und ich glaube auch nicht, dass sie hier sein wollen. Darüber habe ich auch mit Bundeskanzler Kurz gesprochen, damit wir uns absprechen, was wir tun werden."

Mehr als 400 österreichische Firmen sind in Serbien tätig, das Handelsvolumen steigt und umfasst mehr als eine Milliarde Euro. Auch daher ist Österreich an einer EU-Integration Serbiens und des gesamten Westbalkan interessiert. Doch die Erweiterungsmüdigkeit in der EU ist groß; Vucic sagte daher bei der Pressekonferenz mit Kurz, Serbien müsse seine Hausaufgaben machen, zudem brauche es einen Dialog mit dem Kosovo. Doch es sei schwer verständlich, dass etwa Nordmazedonien trotz der Änderung des Staatsnamens, immer noch keinen Beginn der Verhandlungen bekomme.   Kurz betonte, dass es wichtig sei, dass die EU berechenbar bleibe. Das sei eine Grundlage des Vertrauens in die Union.

In Anerkennung der ausgezeichneten bilateralen Beziehungen erhielt Sebastian Kurz von Alexander Vucic den Orden der Republik Serbien am Bande; vor Kurz haben diesen höchsten serbischen Orden die Präsidenten Russlands und Chinas erhalten.