Serbien und die Massenimpfungen gegen COVID

Serbien / Sonstiges / Facebook / 2021-01-24 19:00

Einleitung

In Serbien hat am Dienstag die Massenimpfung der Bevölkerung begonnen. Der Andrang ist groß; allein gestern (Freitag) wurden mehr als 40.000 Personen gegen das Corona-Virus geimpft. Verwenden werden die Impfstoffe von Pfizer sowie aus China und Russland. Serbien hat insgesamt 6,5 Millionen Dosen bestellt. Lieferschwierigkeiten gibt es offensichtlich beim Impfstoff aus Russland. Geimpft wird derzeit vor allem mit dem Impfstoff aus China. 200.000 Personen sind in Serbien derzeit bereits geimpft worden.

Detail

In Serbien hat am Dienstag die Massenimpfung der Bevölkerung begonnen. Der Andrang ist groß; allein gestern (Freitag) wurden mehr als 40.000 Personen gegen das Corona-Virus geimpft. Verwenden werden die Impfstoffe von Pfizer sowie aus China und Russland. Serbien hat insgesamt 6,5 Millionen Dosen bestellt. Lieferschwierigkeiten gibt es offensichtlich beim Impfstoff aus Russland. Geimpft wird derzeit vor allem mit dem Impfstoff aus China. 200.000 Personen sind in Serbien derzeit bereits geimpft worden.

Berichtsinsert: Christian Wehrschütz aus Belgrad

Insert1: Ana Brnabic, serbische Ministerpräsidentin

Insert2: Michajlo Jovanovic, Elektronische Verwaltung in Serbien

Insert3: Darija Kisic Tepavcevic ITV, Epidemiologin und Arbeitsministerin

Gesamtlänge:

Das größte Impfzentrum in Serbien ist die Messe in Belgrad; doch auch in allen größeren Städten bestehen Impfzentren und die Spritze verabreichen ebenso alle Ambulanzen in den Gemeinden. Die Bewohner Serbiens dürfen selbst wählen, welchen Impfstoff sie wollen, doch die Mehrheit hat keine klaren Präferenzen. Serbien orientierte sich bei der Organisation am Beispiel Israels:

1'28 - Vorbild Israel - 3'00'8

"Eine Woche vor Beginn der Massenimpfungen haben wir mit dem israelischen Gesundheitsministerium eine Video-Konferenz darüber gehabt, wie Israel in derart kurzer Zeit so viele Menschen impfen konnte. Nach diesem Modell sind wir vorgegangen. Jeder kann sich über das Internet zur Impfung anmelden. Die Person bekommt dann einen Impftermin per SMS oder Email; der Termin wird automatisch auch in den Impfkalender am Ort der Impfung eingetragen. Das Interesse ist enorm."

Die Regierung hat seit drei Jahren massiv in die Digitalisierung des Landes investiert. Sobald der Impfstoff in Serbien eintrifft, können die Behörden das Schicksal jeder einzelnen Dose und die Zahl der Geimpften in Echtzeit verfolgt. Ebenfalls online haben sich in Serbien bereits in der ersten Woche mehr als 500.000 Personen für die COVID-Impfung angemeldet. Technisches Nervenzentrum der Digitalisierung ist die Agentur für elektronische Verwaltung in Belgrad, die etwa 90 Mitarbeiter beschäftigt; die meisten von ihnen arbeiten derzeit von zu Hause aus. Doch welche Vorteile hat der Bürger von der elektronischen Verwaltung?

Beispiel: 3'06 "Willkommen auf der Erde und Rezept - 3'53

"Eltern können nach der Geburt in fünf Minuten ihrem Kind den Namen geben, es in das Melderegister eintragen, das Dokument für die Krankenversicherung sowie das Kindergeld bekommen. Früher mussten die Eltern dafür sieben Behörden abklappern und einige Tage aufwenden. Zweitens gibt es bei uns seit mehr als zwei Jahren das E-Rezept, durch das man papierlos sein Medikament in der Apotheke bekommen kann. Besonders groß ist der Vorteil für chronisch Kranke; sie mussten früher jeden Monat zum Arzt, um dieses Rezept zu bekommen; das ist nun nicht mehr nötig. Man geht nur in die Apotheke und sagt, geben Sie mir bitte mein Rezept."

Doch eine Tablette gegen das Corona-Virus gibt es noch nicht und auch nicht gegen Rezept. Die Vorbeugemaßnahmen gegen COVID werden jedenfalls auch nach der massenhaften Impfung wohl nicht nur in Serbien weiter bestehen bleiben müssen, denn:

Darija Kisic Tepavcevic ITV Epidemiologin und Arbeitsministerin

13'21'5 - Impfung - 14'33

"Man kann nicht mit Sicherheit sagten, wie lange die Immunität nach einer Erkrankung oder nach einer Impfung andauert. Selbst wenn die Immunität nach der Impfung länger sein sollte, was wir hoffen, so werden die Vorbeugemaßnahmen, mit denen wir schon etwa ein Jahr leben, weiter bestehen bleiben. Das gilt auch für geimpfte Personen, weil man nicht weiß, ob sie trotz der Antikörper, nach einem neuerlichen Kontakt mit dem Virus, nicht eine bestimmt Zeit auch Träger des Virus sein wird, ohne selbst zu erkranken. Selbst erkrankt diese Person nicht, doch möglicherweise überträgt sie die Infektion."

Die Rückkehr zur völligen Normalität wird daher in Serbien und auch in Europa noch weiter auf sich warten lassen.