Serbischer Patriarch in Belgrad gestorben

Serbien / Radio / Religion Aktuell / 2020-11-20 16:00

Einleitung

In Belgrad ist heute der Patriarch der Serbisch-Orthodoxen Kirche, Irinej Gavrilovic verstorben. Er starb an den Folgen einer Infektion mit dem Corona-Virus. Irinej war 90 Jahre alt. Irinej ist bisher das prominenteste Opfer des Corona-Virus unter dem Klerus der serbisch-orthodoxen Kirche aber nicht das einzige. Erst Ende Oktober verstarb der 82- jährige Metropolit von Montenegro, Amfilohije Radovic; auch er hatte sich mit dem Virus infiziert und starb dann an den Spätfolgen der Infektion. Aus Belgrad berichtet Christian Wehrschütz:

Detail

In Belgrad ist heute der Patriarch der Serbisch-Orthodoxen Kirche, Irinej Gavrilovic verstorben. Er starb an den Folgen einer Infektion mit dem Corona-Virus. Irinej war 90 Jahre alt. Irinej ist bisher das prominenteste Opfer des Corona-Virus unter dem Klerus der serbisch-orthodoxen Kirche aber nicht das einzige. Erst Ende Oktober verstarb der 82- jährige Metropolit von Montenegro, Amfilohije Radovic; auch er hatte sich mit dem Virus infiziert und starb dann an den Spätfolgen der Infektion. Aus Belgrad berichtet Christian Wehrschütz:

Das Begräbnis von Metropolit Amfilohije in der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica am ersten November war der letzte große öffentliche Auftritt des serbischen Patriarchen Irinej. Trotz hoher Infektionszahlen in Montenegro trug kaum jemand eine Maske. Wenige Tage später wurde Irinje in Belgrad in ein Militärspital eingeliefert, wo er heute früh verstarb. Das Amt des Patriarchen übte er zehn Jahre lang aus. Zu den großen Anlegen Irinejs zählte die Fertigstellung der Kathedrale des Heiligen Sava in Belgrad; Irinej war für enge Beziehungen mit Russland; Serbien müsse sein kleines Schiff mit dem großen Russland verbinden, sagte er wiederholt. Eine Anerkennung des Kosovo lehnte er ab; trotzdem zeichnete Irinej den serbischen Präsidenten Alexander Vucic mit dem Orden des Heiligen Sava aus; da Vucic nach einer Lösung des Kosovo-Problems sucht, führte diese Ehrung auch zu Konflikten in der Kirche; vor allem der montenegrinische Metropolit Amfilohije äußerte sich kritisch. Nach der Bekanntgabe des Todes des Patriarchen schrieb Vucic auf Twitter, es sei ihm eine Ehre gewesen, den Patriarchen gekannt zu haben. Irinej war der 45. Patriarch der Serbisch-Orthodoxen Kirche. Sein Nachfolger muss nun binnen drei Monaten von der erweiterten Bischofskonferenz gewählt werden. In der Praxis erfolgt die Wahl so, dass die Namen der drei Bewerber mit den meisten Stimmen in einen Hut gelegt werden; daraus zieht dann ein Kind den Namen des neuen Oberhaupts der Serbisch-Orthodoxen Kirche.