20250920 MiJ Moldau Lage vor der Wahl eine Stimme aus Österreich Wehrs Mod
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In der Republik Moldau wird am Sonntag in einer Woche das Parlament neu gewählt. Dabei ist es fraglich, ob die Regierung ihre klare Mehrheit behaupten und ihren Kurs Richtung EU fortsetzen kann. Moldau war eine Teilrepublik der Sowjetunion. Bei deren Zerfall spaltete sich der östliche Landesteil, Transnistrien genannt, ab. Er ist ebenso prorussisch wie Transnistrien ist die autonome Region Gagausien. Viele ihrer Bewohner arbeiten als Gastarbeiter in Russland und die EU-Skepsis ist groß. Groß sind auch die sozialen Ungleichgewichte zwischen dem schönen Zentrum der Hauptstadt Chisinau und den Regionen, etwa im Norden im Grenzgebiet zur Ukraine; seit mehr als drei Jahren in Moldau ist der Österreicher Alexander Picker, der Vorstandsvorsitzende der zweitgrößten Bank des Landes; mit ihm hat unser Korrespondent Christian Wehrschütz über die soziale und wirtschaftliche Lage in der Republik Moldau gesprochen; hier sein Bericht:
Hauptstädte sind untypisch für Land, vor allem wenn man sich nur im Zentrum aufhält; das gilt auch für Chisinau, der Hauptstadt der Republik Moldau; ebenso wenig aussagekräftig sind in der Regel Angaben über einen Durchschnittslohn, der in Moldau bei 10.000 Lej, umgerechnet etwa 500 Euro liegt. Aussagekräftiger ist da schon die Vergabe von Krediten durch die zweitgrößte Bank des Landes, die der Österreicher Alexander Picker leitet. So vergibt die Bank Konsumentenkredite in der Höhe von 100 Euro, erzählt Picker und fügt hinzu:
5'15'5 - Gibt es Konsumentenkredite für 100 Euro? - 5'39'7
"Das ist sehr weit verbreitet, geht sogar weiter hinunter ... ein Bügeleisen auf zehn Raten."
Andererseits verfügt die Republik Moldau über ein modernes Bankwesen; bargeldloses Bezahlen ist weit verbreitet, und zwar auch bei Pensionisten. Um sie zu gewinnen, setzte die Bank ein Projekt um, das Alexander Picker so beschreibt:
3'52'7 - Pensionisten Digitaler Autobus - 4'25'7
"Wir haben ein schönes Projekt ... jede Fahrt eben die Hälfte."
Noch einmal zur Erläuterung; 20 Lej sind ein Euro - 3 Lej somit 15 Eurocent; dabei hat die Regierung unter der prowestlichen Präsidentin Maja Sandu durchaus seriöse Reformen in Angriff genommen, etwa im Bereich der Justiz; doch Moldau liegt zwischen Rumänien und der Ukraine, hat ebenfalls Probleme mit Russland, und daher sagt Alexander Picker:
25'39'7 - Regierung und Investitionsklima - 26'03'4
"Die Regierung hat ... Investition gekommen."
Ob die Regierungspartei PAS somit auch nach dem kommenden Wahlsonntag wieder über eine klare Mehrheit im Parlament verfügen wird, ist fraglich, zumal Russland und ihm nachstehende Parteien bestrebt sind, aus der weit verbreiteten Unzufriedenheit politisches Kapital zu schlagen.