Mazedonien und NATO
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Berichte Nord-Mazedonien
Die NATO hat bisher noch keine offiziellen Angaben zum mutmaßlichen Waffenarsenal der UCK gemacht. Die westliche Allianz bezeichnete jedoch die Schätzungen aus Skopje als unwahrscheinlich, gemessen an der Zahl der Albanerrebellen. Vor wenigen Tagen hatte ein westlicher Diplomat noch gesagt, die NATO werde wahrscheinlich 2300 bis 2500 Waffen einsammeln. Genauere Angaben will die NATO in den kommenden Tagen vorlegen, denn bereits am Montag soll mit der Abgabe durch die UCK begonnen werden. Nach Ansicht der westlichen Allianz ist die Waffenabgabe an sich wichtiger als der Gesamtumfang der tat-sächlich abgegebenen Waffen selbst. So sagte der dänische Kommandant des NATO-Einsatzes in Mazedonien, Generalmajor Gunnar Lange, die Rebellen können sich wieder bewaffnen und wieder kämpfen. Viel wichtiger sei es, daß das im politischen Prozeß entstandene Vertrauen verhindere, daß die UCK erneut zu den Waffen greife. Diese Einschätzung ist zwar grundsätzlich richtig. Trotzdem werden sich NATO und mazedonische Führung bei der Zahl der Waffen einen gemeinsamen Nenner finden müssen. Denn von der Waffenabgabe hängt auch die Umsetzung des Friedensabkommens ab. So will das Parlament in Skopje mit der Behandlung des Friedensabkommens erst beginnen, wenn die UCK ein Drittel ihrer Waffen an die NATO übergeben hat. Ratifiziert werden soll das Abkommen erst, wenn alle Waffen eingesammelt wurden. Da an eine völlige Entwaffnung der UCK niemand glaubt ist dieser Kompromiß um so wichtiger, um zu verhindern, daß politische Falken sowie albanische und mazedonische Extremisten, das Abkommen nicht doch noch sabotieren können.