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Montenegro ist unabhängig

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Berichte Montenegro
In Montenegro hat das Parlament gestern Abend in einer Festsitzung die Unabhängigkeit erklären. Nach 88 Jahren endete damit der staatliche Zusammenschluss mit Serbien. Für die Trennung stimmten bei einem Referendum vor zwei Wochen 55,5 Prozent der Montenegriner. Aus Belgrad berichtet Christian Wehrschütz

Mit der montenegrinischen Hymne endete vor dem Parlament in Podgorica gestern die Ära des Staatenbundes Serbien-Montenegro. Eine Ehrengarde hisste dazu die Flagge des wieder erstandenen Staates und ein Feuerwerk beschloss den Festakt. Begonnen hatte er im Parlament mit der förmlichen Proklamation der Unabhängigkeit durch den Parlamentspräsidenten. Einstimmig beschlossen die anwesenden Abgeordneten auch eine Deklaration; sie enthält die Prinzipien denen sich der nunmehr 44. Staat in Europa verpflichtet fühlt. Montenegro ist demnach ein multinationaler und multikonfessionaler Staat, der den Werten der UNO verpflichtet ist. Sein Ziel ist der Beitritt zu EU und NATO. Nicht gefeiert haben die vier pro-serbischen Parteien. Sie boykotierten die Parlamentssitzung, weil sie das Referendum nicht anerkennen, obwohl seine Rechtmäßigkeit und sein Ergebnis hunderte internationale Beobachter bestätigt haben. Nicht in Podgorica waren führende Politiker aus Serbien, das die Auflösung des Staatenbundes ebenfalls akzeptieren musste. Notwendig sind nun bilaterale Verhandlungen, um die vollzogene Scheidung für die Bürger so erträglich wie möglich zu machen, die historisch und privat sehr eng miteinander verbunden sind.

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