Kroatien kämpft um die Hauptsaison

Kroatien / Radio / Radio Steiermark / 2020-05-06 12:00

Einleitung

Kroatien zählt zu den liebsten Urlaubsländern der Österreicher. Im Vorjahr verzeichnete das Land an der Adria 1,4 Millionen Touristen aus Österreich, mit mehr als sieben Millionen Nächtigungen. Doch nun bedroht die Corona-Krise die Hauptsaison in Kroatien, und viele Österreicher mit Booten und Häusern fragen sich, ob sie im Sommer ihren Urlaub in Kroatien verbringen können. Die kroatische Regierung arbeitet jedenfalls an einer Strategie, wie Touristen vor allem mit dem Auto sicher anreisen können; es berichtet unser Balkan-Korrespondent Christian Wehrschütz

Detail

Kroatien zählt zu den liebsten Urlaubsländern der Österreicher. Im Vorjahr verzeichnete das Land an der Adria 1,4 Millionen Touristen aus Österreich, mit mehr als sieben Millionen Nächtigungen. Doch nun bedroht die Corona-Krise die Hauptsaison in Kroatien, und viele Österreicher mit Booten und Häusern fragen sich, ob sie im Sommer ihren Urlaub in Kroatien verbringen können. Die kroatische Regierung arbeitet jedenfalls an einer Strategie, wie Touristen vor allem mit dem Auto sicher anreisen können; es berichtet unser Balkan-Korrespondent Christian Wehrschütz

In Kroatien leidet der Tourismus massiv unter der Corona-Pandemie in Europa. Fast 20 Prozent der Wirtschaftsleistung entfallen auf den Fremdenverkehr. Um Teile der Hauptsaison zu retten, verhandelt Kroatien mit Slowenien und mit den Ländern, aus denen die meisten Gäste kommen; Ziel ist eine Grenzöffnung und eine kontrollierte Anreise der Gäste, die vor allem mit dem Auto kommen. Sie sollen über eine APP aber auch bei der Buchung darüber informiert werden, an welchen Raststationen am besten getankt werden kann; diese Stationen sollen regelmäßig desinfiziert werden. Der nautische Tourismus ist ein Bereich, in dem Hygiene-Maßnahmen weitgehend problemlos umgesetzt werden können. Doch wie sieht es mit der Unterbringung von Touristen generell aus? Dazu sagt in Agram der Direktor des Tourismusinstituts, Damir Kresic:

"Bei der Unterbringung werden vor allem jene Formen nachgefragt werden, in denen eine soziale Distanz sichergestellt werden kann. Das können Ferienhäuser sein, in die in Kroatien viel investiert wurde. Zweitens sind Campingplätze zu nennen, wo die sozial Distanz ebenfalls leichter zu wahren ist als in Hotels. Was die Hotels betrifft, so werden sie als letztes eine Normalisierung des Betriebes erleben; ich kann mir nicht vorstellen, dass man ein Hotel nur zu 50 Prozent belegt, damit die andere Hälfte jeweils desinfiziert werden kann.

Zur Schmerzgrenze bei den Auslastungen der Hotels sagt der Österreicher Wilfried Holleis, der zwei Hotels in Kroatien betreibt:

"Wenn wir 50 Prozent erreichen, dann wären wir eh schon zufrieden. Aber wenn es wirklich darunter liegt, 30, 40 Prozent, dann muss man sagen, dass hat keinen Sinn mehr."

Buffets wird es wohl keine mehr geben; doch wie soll dann das Essen unter den Bedingungen sozialer Distanz organisiert werden?

"Dann machen wir es eben so, wie es früher auf den Kreuzfahrtschiffen üblich war, dass man in zwei Sitzungen ist; die ersten um sechs, und die anderen um acht; dann kann man im Restaurant große Abstände einführen; ob wir alle Restaurants aufsperren, muss man noch sehen, aber ich glaube, da ließen sich schon Lösungen finden."

Wird eine Grenzöffnung noch bis Ende Mai vereinbart, könne der Vollbetrieb bereits mit erstem Juli starten, betont Wilfried Holleis.