Kroatien kämpft um die Hauptsaison

Kroatien / Fernsehen / Mittag in Österreich / 2020-04-30 13:15

Einleitung

Kroatien zählt zu den liebsten Urlaubsländern der Österreicher. Im Vorjahr verzeichnete das Land an der Adria 1,4 Millionen Touristen aus Österreich mit 700.000 Nächtigungen. Doch nun bedroht die Corona-Krise die Hauptsaison in Kroatien, und viele Österreicher mit Booten und Häusern fragen sich, ob sie im Sommer ihren Urlaub in Kroatien verbringen können. Die kroatische Regierung arbeitet jedenfalls an einer Strategie, wie Touristen vor allem mit dem Auto

Detail

Kroatien zählt zu den liebsten Urlaubsländern der Österreicher. Im Vorjahr verzeichnete das Land an der Adria 1,4 Millionen Touristen aus Österreich mit 700.000 Nächtigungen. Doch nun bedroht die Corona-Krise die Hauptsaison in Kroatien, und viele Österreicher mit Booten und Häusern fragen sich, ob sie im Sommer ihren Urlaub in Kroatien verbringen können. Die kroatische Regierung arbeitet jedenfalls an einer Strategie, wie Touristen vor allem mit dem Auto sicher anreisen können; mit Slowenien wird bereits über eine Öffnung der Grenze verhandelt, weil 100.000 Slowenen Häuser und Wohnungen in Kroatien haben. Gespräche soll es im Mai auch mit Österreich geben; bis spätestens Mitte Juni will Kroatien Klarheit haben, wer aus welchen Ländern wie nach Kroatien reisen darf:

Berichtsinsert: Christian Wehrschütz

Insert1: Gari Cappelli, kroatischer Tourismusminister

Insert2: Gari Cappelli, kroatischer Tourismusminister

Insert3: Otmar Michaeler, Falkensteiner-Gruppe

Insert4: Otmar Michaeler, Falkensteiner-Gruppe

Gesamtlänge:

Die kroatische Hauptstadt Agram spürt nach wie vor die Folgen zweier großer Krisen; dazu zählt erstens die Beseitigung der Folgen des schweren Erdbebens vor einem Monat; die Aufräumungsarbeiten haben begonnen, die Aufnahme aller Schäden ist aber noch nicht abgeschlossen. Zweitens prägt die Stadt die Corona-Krise; im Kampf gegen das Virus ist Kroatien sehr erfolgreich, doch auch der Städtetourismus leidet massiv unter den Schließungen der Grenzen und unter der Pandemie in Europa. Um Teile der Hauptsaison zu retten, verhandelt Kroatien mit den Ländern, aus denen die meisten Gäste kommen. Für sie sollen besondere Hilfestellungen bei der Anreise geboten werden:

Gari Cappelli:

11'26 - Anderes Reisen - 12'59

"Es geht vor allem um Gäste, die mit ihrem Privat-PkW anreisen, weil wir Bus-Reisen vergessen müssen, weil der Bus halbleer sein müsste, was sich nicht rentiert. Somit geht es zum Beispiel um Touristen, die von Klagenfurt nach Opatija fahren. Sie sollen bei der Reservierung zusätzliche Informationen bekommen, damit er so wenige Kontakte wie möglich hat. Wir wollen eine APP schaffen, die der Gast auf seinem Handy hat; da kann er sehen, wie er von seiner Wohnung zum Hotel kommt; es wird Empfehlungen geben, wo er am besten Tanken und Rast machen kann. Dadurch soll sich der Gast immer sicher fühlen, weil wir diese Raststätten regelmäßig kontrollieren und desinfizieren werden."

Ein ganz wichtiger Zweig sind die vielen Touristen, die Segelboote und Häuser in Kroatien haben. Dazu zählen viele Slowenen aber auch Österreicher. Mit Slowenien wird bereits über eine Öffnung der Grenzen verhandelt; bis Mitte Juni hofft Kroatien auf klare Ergebnisse:

Gari Cappelli

8'11 - Schiffe und Häuser - 10'12

"Die Marina sind alle offen und warten nur auf die Öffnung der Grenzen. Gerade beim nautischen Tourismus rechnen wird mit guten Möglichkeiten; da gibt es nicht viele soziale Kontakte, da muss man nicht jeden Tag in die Marina fahren. Auch der Tourismus mit Wohnwagen und Camping werden sicher als erstes wiederbelebt, weil da die Menschen getrennt sind; das sind unsere Prioritäten. Hinzu kommen Eigentümer von Häusern, die etwas abseits liegen. Da erwarten wir, dass auch Österreicher, die Schiffe und Häuser haben, kommen können; da rechnen wir mit einer Vereinbarung, weil das auch im Interesse der Österreicher liegt."

Ausländische Hotelketten bereiten sich ebenfalls auf Touristen vor; diese Gruppe will Ende Mai schrittweise den Betrieb wieder hochfahren; für den Umgang mit Gästen soll es klare Regelungen geben:

4'14 - Buffet und Kontakt mit Gästen - 4'34'8 (20)

"Das Thema Buffet wird heruntergefahren, es geht mehr auf Show-Cooking, mehr auf Service; selbstverständlich werden die Mitarbeiter eine Mundmaske tragen, wenn sie in Kontakt mit unseren Kunden sind. Nichts desto trotz glaube ich, wird hier auch zwischen Konsument und Mitarbeiter schnell Routine einkehren."

Gefordert werden klare EU-weite Standards, die sich an den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation orientieren:

3'45 - Maßnahmenkatalog - 4'09 (23)

"Wir haben hier einen klaren Maßnahmenkatalog; die Grundlagen sind die WHO-Standards, dann will jetzt jeder Staat seine eigenen Richtlinien herausbringen, war ich für nicht sinnvoll halte, denn wir haben die Standards der WHO und das sollte auch auf europäischer Ebene, eine klare einfache, praktische Richtlinie geben, wo passiert was im einem Hotel im Bereich Hygiene und Schutzmaßnahmen."

Gerechnet wird auch in diesem Land mit finanzieller Hilfe aus der EU für den Fremdenverkehr, der von der Corona-Krise massiv betroffen ist.