Erste Runde der Präsidentenwahl in Kroatien

Kroatien / Radio / SoJ / 2019-12-22 07:00

Einleitung

In Kroatien findet heute die erste Runde der Präsidentenwahl statt. Um die 3,9 Millionen Stimmbürger werben 11 Kandidaten, doch nur drei haben Chancen auf den Einzug in die Stichwahl; es sind dies die konservative Amtsinhaberin, Kolinda Grabar-Kitarovic, der frühere sozialdemokratische Ministerpräsident Zoran Milanovic und der bekannte Sänger Miroslav Skoro, der vor allem auf nationalistische Wähler setzt. Aus Kroatien berichtet unser Balkan-Korrespondent Christian Wehrschütz:

Detail

In Kroatien findet heute die erste Runde der Präsidentenwahl statt. Um die 3,9 Millionen Stimmbürger werben 11 Kandidaten, doch nur drei haben Chancen auf den Einzug in die Stichwahl; es sind dies die konservative Amtsinhaberin, Kolinda Grabar-Kitarovic, der frühere sozialdemokratische Ministerpräsident Zoran Milanovic und der bekannte Sänger Miroslav Skoro, der vor allem auf nationalistische Wähler setzt. Aus Kroatien berichtet unser Balkan-Korrespondent Christian Wehrschütz:

Die Vorweihnachtsstimmung in Agram wurde kaum durch Wahlplakate oder Kundgebungen gestört; die Kampagne fand vor allem über das Internet statt, denn mehr als zwei Millionen Wähler nutzen Facebook. Nur Kolinda Grabar-Kitarovic hielt eine Schlusskundgebung ab. Unterstützt wird die Präsidentin von der Regierungspartei HDZ. Ihren Wahlkampf der Präsidentin überschatteten Aussagen, die Kopfschütteln hervorriefen; so sagte sie etwa, sie habe mit Staaten vereinbart, dass Kroaten über das Internet 8000 Euro im Monat verdienen könnten, während der Durchschnittslohn nur ein Zehntel ausmacht. Der Sozialdemokrat Zoran Milanovic ist ihr größter Herausforderer. Er präsentierte sich als Mensch, der auch Schwächen hat. Nach Ansicht des Politikberaters Marko Rakar führte er den besten Wahlkampf:

"Zoran Milanovic hat die wenigsten Fehler gemacht. Im Vergleich mit seinen zwei Mitbewerbern erscheint er am normalsten, und das war auch der Hauptpunkt seines Wahlkampfes."

Miroslav Skoro, ein bekannter Sänger, liegt an dritter Stelle; sein Buhlen um ultranationalistische Wähler und sein schwacher Auftritt bei der TV-Konfrontation könnten ihn die Stichwahl gekostet haben.