Österreich wirbt um IT-Fachkräfte in Kroatien

Kroatien / Radio / MiJ / 2019-10-24 12:00

Einleitung

In Österreich herrscht Facharbeitermangel; das betrifft auch den IT-Sektor; 80 Prozent der im IT-Bereich tätigen Firmen such nach eigenen Angaben Mitarbeiter. Geworben wurde um sie gestern auch in Kroatien bei einem Österreich-Tag. Sechs Firmen nutzen die Gelegenheit, um mit jungen IT-Spezialisten in Kontakt zu treten. Mit dabei beim Österreich-Tag war auch unser Balkan-Korrespondent Christian Wehrschütz; hier sein Bericht:

Detail

In Österreich herrscht Facharbeitermangel; das betrifft auch den IT-Sektor; 80 Prozent der im IT-Bereich tätigen Firmen such nach eigenen Angaben Mitarbeiter. Geworben wurde um sie gestern auch in Kroatien bei einem Österreich-Tag. Sechs Firmen nutzen die Gelegenheit, um mit jungen IT-Spezialisten in Kontakt zu treten. Mit dabei beim Österreich-Tag war auch unser Balkan-Korrespondent Christian Wehrschütz; hier sein Bericht:

Zum Jahreswechsel fallen alle Beschränkungen auf dem österreichischen Arbeitsmarkt für Bürger des EU-Mitglieds Kroatien. Im Hinblick darauf veranstaltete die Austrian Business Agency in Kroatien einen Wettbewerb für eine App, an der drei Teams teilnahmen. Sie und andere IT-Absolventen trafen dann mit österreichischen Firmen zusammen. Einige könnten sofort mehr als 40 Fachkräfte einstellen. 20 offene Stellen hat eine Firma aus Graz, die Software für die Versendung von Rechnungen etwa für Mobilfunkanbieter herstellt. Die Firma aus Graz setzt schon lange auf Spezialisten aus dem ehemaligen Jugoslawien, erläutert in Agram ihr Vertreter David Hitthaler:

"In der Steiermark ist es nicht so, dass wir genug finden würden, deswegen suchen wir auch in den umliegenden Staaten; so haben wir auch viele aus Slowenien, die bei uns angestellt sind und auch tagtäglich von Slowenien nach Graz fahren; wir sind auch in der Nähe der Autobahn, somit ist es perfekt gelegen."

Doch warum herrscht Mangel in Österreich? Einen Grund dafür nennt Marko Eigner, der für eine Software-Firma in Wien tätig ist:

„Die Ausbildung fängt zu spät an; wenn man sich andere Länder anschaut wie Großbritannien oder Deutschland, da findet das teilweise schon im Kindergartenalter oder in der Volksschule statt. Soweit ich weiß gibt es derzeit kaum Unterstützung von staatlicher Seite, das überhaupt in Bildungsthemen hineinzukippen in diesen frühen Jahren."

Der enormen Nachfrage trägt nun die Politik Rechnung:; dazu sagt in Agram die österreichische Wirtschaftsministerin Elisabeth Udolf-Strobel:

"Wir sind dabei sämtliche unserer Lehrberufsbilder zu überarbeiten, und in alle diese Bilder eine Digitalkomponente einzubauen. Eines der Beispiele, das ich besonders liebe, ist Dachdecker. Ein Dachdecker muss digitale Kenntnisse mittlerweile haben, um eben auch wärme-, kälteempfindliche Solarpaneele und anderes integrieren zu können."

Bei der Suche nach IT-Spezialisten steht Österreich im harten Wettbewerb mit anderen EU-Staaten, in denen ebenfalls große Nachfrage herrscht.