Ausschreitungen im Kosovo und in Serbien
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In Serbien haben in vielen Städten Zehntausende Bürger gegen die Ausschreitungen der Kosovo-Albaner gegen die serbische Minderheit demonstriert. So zogen in Belgrad Tausende durch die Stadt und riefen antialbanische Parolen. Dabei kam es auch zu Vandalenakten So steckten in Nis und in Belgrad Demonstranten die Moschee in Brand. In Belgrad konnte die Feuerwehr den Brand in der Moschee erst löschen, nachdem ein hoher orthodoxer Würdenträger auf die Randalierer eingeredet hatte. Die serbische Polizei versagte weitgehend und vermochte nur mit Mühe und unter massivem Einsatz von Tränengas die amerikanische Botschaft zu schützen. Doch noch weit schlimmer verlief die Nacht im Kosovo. Albaner zündeten in mehreren Städten orthodoxe Kirchen und Klöster an und steckten viele Häuser von Serben in Brand. Ziel der Albaner ist es offensichtlich, die serbischen Enklaven zu beseitigen und deren Bewohnern zu zeigen, dass sie weder Chance noch Zukunft haben. Angegriffen wurden auch Autos und Gebäude der UNO-Verwaltung und der Friedenstruppe KFOR. Die KFOR versuchte so gut es ging, die Serben vor Übergriffen schützen, war aber offensichtlich nicht Herr der Lage. Auch österreichische Soldaten sind im Einsatz. In ihrem Abschnitt kam es bisher zu keinen Zusammenstößen. Begonnen haben die Ausschreitungen gestern in der geteilten Stadt Kosovsko Mitrovica. Albanische Demonstranten drangen in den von Serben bewohnten Norden der geteilten Stadt ein und die Gewalttaten erfassten dann auch rasch andere Teile des Kosovo. Ausgelöst wurden sie durch Berichte, wonach Serben für den Tod von drei albanischen Kindern verantwortlich sein sollen. In der Stadt selbst herrschte in der Nacht eine Ausgangssperre, die Lage war gespannt aber ruhig. Auf politischer Ebene haben EU, NATO, UNO, USA und natürlich auch die serbische Regierung die Ausschreitungen verurteilt. Belgrad bot der UNO Truppen an, um die Friedenstruppe im Kosovo nei ihrer Schutzaufgabe zu unterstützen. Dieses Angebot dürfte kaum angenommen werden. Denn serbische Soldaten wären lebende Zielscheiben und würden die Wut der Albaner wohl noch verstärken. Die Ausschreitung sind jedenfalls ein unabsehbarer Rückschlag für die Verhandlungen zwischen Serben und Albanern über konkrete Probleme wie Verkehr, Stromversorgung und Flüchtlingsrückkehr, die im Herbst vergangenes Jahr in Wien begonnen haben. Erste konkrete Expertengespräche fanden im Februar in Pristina statt. Sie sollen im kommenden Jahr zu Verhandlungen über den endgültigen Status des Kosovo führen. Doch dieser Zeitplan ist nun in Frage gestellt. Denn all diese blutigen Vorfälle zeigen, wie weit entfern die unter UNO-Verwaltung stehende Provinz von einem friedlichen Zusammenleben beider Völker auch noch fünf Jahre nach Kriegsende ist.