Kosovo gedenkt des Kriegsendes vor 20 Jahren

Kosovo / Radio / J18 / 2019-06-12 18:00

Einleitung

Im Kosovo ist heute mit einem Festakt in der Hauptstadt Pristina des Endes des Krieges vor 20 Jahren gedacht worden. Heute vor 20 Jahren zogen die serbische Polizei und die jugoslawischen Streitkräfte ab, während die NATO-Truppen in den Kosovo einmarschierten. Zunächst waren es 50.000 Soldaten; nunmehr besteht die Friedenstruppe KFOR aus 4000 Soldaten, darunter 400 Österreichern. Ehrengäste der Feierlichkeit waren heute in Pristina der damalige US-Präsident Bill Clinton und die damalige Außenministerin Madelaine Albright. Aus Pristina berichtet Christian Wehrschütz:

Detail

Im Kosovo ist heute mit einem Festakt in der Hauptstadt Pristina des Endes des Krieges vor 20 Jahren gedacht worden. Heute vor 20 Jahren zogen die serbische Polizei und die jugoslawischen Streitkräfte ab, während die NATO-Truppen in den Kosovo einmarschierten. Zunächst waren es 50.000 Soldaten; nunmehr besteht die Friedenstruppe KFOR aus 4000 Soldaten, darunter 400 Österreichern. Ehrengäste der Feierlichkeit waren heute in Pristina der damalige US-Präsident Bill Clinton und die damalige Außenministerin Madelaine Albright. Aus Pristina berichtet Christian Wehrschütz:

Tosender Applaus begleitete Bill Clinton als er am Skanderbeg-Platz im Zentrum von Pristina zum Rednerpult schritt. Bereits mit seinen einleitenden Worten traf er die Stimmung der Kosovo-Albaner; Bill Clinton sagte:

"Ich liebe dieses Land und es wird immer zu den großen Ehren meines Lebens zählen, dass ich mit Ihnen aufgestanden bin gegen ethnische Säuberungen und für Freiheit. Ich bin sehr dankbar hier zu sein, mit vielen Personen, vor allem mit der früheren Außenministerin Madelaine Albright und mit General Wessely Clark. Danke, dass sie hier sind."

Wessely Clark war von 20 Jahren Oberbefehlshaber der NATO. Der Beitritt zur NATO und zur EU ist das erklärte Ziel der albanischen Führung des Kosovo. Doch das ist ein Ziel, dessen Erreichbarkeit auch nach 20 Jahren fraglich ist. Der Präsident des Kosovo, Hashim Thaci, dankte bei der Feier den damaligen Verbündeten für die Unterstützung im Krieg sowie für den Aufbau des Kosovo als neuen Staat. 1999 sei eines der tragischsten Kapitel der Geschichte des Kosovo geschrieben worden, zugleich sei die "Geburt der Freiheit des Kosovo" erfolgt. Anders sehen das die Kosovo-Serben; mehr als 200.000 flohen bei Kriegsende; die Unabhängigkeit, die der Kosovo im Jahre 2008 ausrief, hat Serbien bis heute nicht anerkannt. Verhandlungen über eine Normalisierung der Beziehungen blieben bisher erfolglos.