Das Schlimmste, was es für Eltern gibt, ist es wohl, ihren Kindern ins Grab nachschauen zu müssen. Dieses Schicksal traf die Familie von Damir Dragicevic Mitte März dieses Jahres. Ihr 21-jähriger Sohn David war sechs Tage verschwunden ehe seine Leiche an der Mündung eines Flusses in Banja Luka gefunden wurde. Polizei und staatliche Medien präsentierten den Fall als den Tod eines Drogensüchtigen, der nach einem Einbruch Selbstmord beging. Daraufhin gingen die Eltern und viele Bürger auf die Barrikaden und die Proteste dauern auch noch fast vier Monate nach Davids Tod an. Auf Facebook bildete sich eine Gruppe, die bereits mehr als 320.000 Mitglieder zählt und „Gerechtigkeit für David“ fordert, die es bis heute allerdings nicht gibt:
Während die EU weiter um eine gemeinsame Politik gegenüber Migranten ringt, steigen in Bosnien und Herzegowina die Zahlen. Mehr als 7.000 Migranten sind heuer bereits über Serbien und über die Nebenroute von Griechenland nach Albanien und Montenegro nach Bosnien gekommen. Ein Brennpunkt ist die Gemeinde Velika Kladusa ganz im Nordwesten, im Grenzgebiet zu Kroatien. Während die lokalen Politiker streiten, kommt Hilfe nur von privaten und internationalen Organisationen
„Die aktuelle Lage entlang der Balkan-Route erinnert mich an das Frühjahr 2015.“ – So beschreibt ein hochrangiger Polizeioffizier eines Balkan-Landes seine Eindrücke über die steigenden Migrationszahlen, deren Ausgangspunkt neuerlich die EU-Außengrenze zwischen der Türkei und Griechenland bildet. Massiv betroffen sind wieder die griechischen Inseln; zu Wochenbeginn waren dort nach Angaben der Behörden fast 17.000 Migranten und Flüchtlinge registriert, wobei einige Inseln massiv überbelegt sind. Der Transport auf das griechische Festland ist nur eine Frage der Zeit
Auf der Balkan-Route von Griechenland bis nach Slowenien sind derzeit 80.000 Migranten unterwegs; 60.000 davon in Griechenland, 20,000 im ehemaligen Jugoslawien und Albanien. Das sind Schätzungen der Polizeibehörden vor Ort. In Sarajewo fand daher heute eine Konferenz der Innenminister der betroffenen Staaten statt; einhelliger Tenor: die Krise des Jahres 2015 dürfe sich nicht wiederholen:
Am Balkan wird die klassische Route für die Migration weiter stark überwacht. Doch zunehmend Ankünfte aus der Türkei nach Griechenland sowie die Visafreiheit, die zwischen Serbien und dem Iran sowie zwischen der Türkei und Bosnien besteht, führt seit einigen Monaten nun wieder zu stark steigenden Migrationsbewegungen. Ein Brennpunkt der neuen Route ist nun Bosnien und Herzegowina; seine Außengrenze mit Kroatien ist mehr als 1000 Kilometer lang und die kroatische
Die Gemeinde Velika Kladusa liegt ganz im Nordwesten von Bosnien und Herzegowina, keine fünf Kilometer von der kroatischen Grenze entfernt. Am Ortsrand der Gemeinde an einem Flüsschen auf einem Feld steht ein Lager mit kleinen Zelten, das gestern etwa 70 Personen beherbergte. Iraker, Syrer, Pakistani und Iraner sehen wir, wobei junge Männer stark vertreten aber auch Familien mit kleinen Kindern zu sehen sind. Versorgt wird das Lager von lokalen Helfern aus Velika Kladusa mit Nahrung, Kleidung oder Medikamenten.
Während des Krieges in Bosnien und Herzegowina wurden nach Angaben des Haager Tribunals mindestens 20.000 bosniakische Frauen durch Serben und Kroaten vergewaltigt. Seit mehr als zehn Jahren haben diese Frauen nun die Möglichkeit, den Status eines Kriegsopfers zu bekommen. Tatsächlich bekommen haben diesen Status bisher nur 800 Frauen, die damit auch eine Art Kriegsopferrente von 250 Euro im Monat erhalten. Noch völlig ungeregelt ist aber der Status der Kinder, die als Resultat dieser Vergewaltigungen geboren wurden. In Sarajewo befasste sich jüngst eine international besetzte Konferenz mit dem Schicksal dieser Kinder des Krieges. Zum ersten Mal gemeinsam traten bei dieser
Während des Krieges in Bosnien und Herzegowina wurden nach Angaben des Haager Tribunals mindestens 20.000 bosniakische Frauen durch Serben und Kroaten vergewaltigt. Seit mehr als zehn Jahren haben diese Frauen nun die Möglichkeit, den Status eines Kriegsopfers zu bekommen. Tatsächlich bekommen haben diesen Status bisher nur 800 Frauen, die damit auch eine Art Kriegsopferrente von 250 Euro im Monat erhalten. Noch völlig ungeregelt ist aber der Status der Kinder, die als Resultat dieser Vergewaltigungen geboren wurden. In Sarajewo befasste
Bosnien und Herzegowina ist das einzige Land Europas mit einer muslimischen Bevölkerungsmehrheit; auch daher steht das Land natürlich seit der Zunahme des islamischen Fundamentalismus unter Beobachter; aus Bosnien kämpften 200 Freiwillige in Syrien, 40 fielen, 40 wurden bei der Rückkehr verhaftet und 120 stehen unter Beobachtung. Trotzdem sind Befürchtungen über einen massiv wachsenden Einfluss arabischer Staaten in Bosnien stark übertrieben. In engen
Bosnien und Herzegowina ist das einzige Land Europas mit einer muslimischen Bevölkerungsmehrheit; auch daher steht das Land natürlich seit der Zunahme des islamischen Fundamentalismus unter Beobachter; aus Bosnien kämpften 200 Freiwillige in Syrien, 40 fielen, 40 wurden bei der Rückkehr verhaftet und 120 stehen unter Beobachtung. Trotzdem sind Befürchtungen über einen massiv wachsenden Einfluss arabischer Staaten in Bosnien stark übertrieben. In engen