Lage der Migranten in Bosnien

Bosnien / Fernsehen / ZiB1 / 2021-01-17 19:30

Einleitung

In Bosnien und Herzegowina hat sich die humanitäre Krise bei der Unterbringung von Migranten in den vergangenen Tagen entspannt. Im Aufnahmezentrum bei Bihac haben die bosnischen Streitkräfte beheizbare Zelte aufgestellt und die Arbeiten haben begonnen, um das Zentrum winterfest zu machen und zu einem permanenten Aufnahmelager auszubauen. Finanzielle und materielle Hilfe kommt dabei auch aus Österreich.

Detail

In Bosnien und Herzegowina hat sich die humanitäre Krise bei der Unterbringung von Migranten in den vergangenen Tagen entspannt. Im Aufnahmezentrum bei Bihac haben die bosnischen Streitkräfte beheizbare Zelte aufgestellt und die Arbeiten haben begonnen, um das Zentrum winterfest zu machen und zu einem permanenten Aufnahmelager auszubauen. Finanzielle und materielle Hilfe kommt dabei auch aus Österreich.

Berichtsinsert: Christian Wehrschütz

Insert1: Johannes Sattler, Botschafter der EU in Bosnien

Insert2: Außenminister Alexander Schallenberg

Insert3: Peter Van der Auweraert , Vertreter der IOM in Bosnien

Gesamtlänge: 1’32

In Lipa sind nun etwa 800 Migranten untergebracht. Sie müssen nicht mehr frieren, Strom- und Wasserversorgung wurde sichergestellt. Zu lösen gilt es noch die Unterbringung von einigen Hundert Migranten, die in den Wäldern oder alleinstehenden Gebäuden hausen.

"Ich habe mit den Vertretern der bosnischen Armee gesprochen, dass man hier noch zusätzliche Zelte einerseits aufstellt, aber auch, dass man Kapazitäten nutzt, die es noch in anderen Lagern gibt, zum Beispiel im Kanton Sarajewo."

In Lipa sollen auch beheizbare Container aufgestellt werden, die das Innenministerium in Wien bereitstellen will. Das Außenministerium hat eine Million Euro zur Verfügung gestellt, um die humanitäre Lage zu verbessern:

"Der Vertrag mit der IOM, also der Migrationsorganisation, soll in den nächsten Tagen unterschrieben werden, und dieses Geld soll ganz unmittelbar den verwundbarsten Gruppen, Frauen und Kindern, zugutekommen."

Die IOM hat bisher 50 Millionen Euro aufgewandt, um in Bosnien eine Infrastruktur für Migration aufzubauen. Das meiste Geld stammt von der EU:

"Anfang 2018 hatte Bosnien keine Kapazitäten für die Unterbringung von Migranten. Jetzt haben wir, abgesehen von Lipa, 6.000 Plätze. All diese Aufnahmezentren mussten gebaut oder hergerichtet werden. Im Durchschnitt stellen wir täglich 20.000 Mahlzeiten bereit, und wir haben in den vergangenen drei Jahren 60.000 Migranten versorgt.“

Derzeit sind in Lipa nur Männer untergebracht, doch das Lager soll ausgebaut werden. Ziel ist es, eine weitere humanitäre Krise in Bosnien im nächsten Winter zu vermeiden.