Feuerwehren und die Hilfe aus Österreich

Albanien / Fernsehen / oberösterreich Heute / 2021-04-26 19:00

Einleitung

In Oberösterreich haben die Freiwilligen Feuerwehren eine Tradition, die bereits 150 Jahr zurückreicht. Sie sind nicht nur gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr ein wichtiger Faktor beim Schutz der Bevölkerung, sondern auch ein wichtiges soziales Netzwerk. Anders sieht die Lage in Albanien aus; dort leidet die Feuerwehr unter schlechter Ausstattung, und Freiwillige Feuerwehren waren bis vor einigen Jahren praktisch

Detail

20210426 Oberösterreich Heute Feuerwehren in Albanien Wehrsch Mod

In Oberösterreich haben die Freiwilligen Feuerwehren eine Tradition, die bereits 150 Jahr zurückreicht. Sie sind nicht nur gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr ein wichtiger Faktor beim Schutz der Bevölkerung, sondern auch ein wichtiges soziales Netzwerk. Anders sieht die Lage in Albanien aus; dort leidet die Feuerwehr unter schlechter Ausstattung, und Freiwillige Feuerwehren waren bis vor einigen Jahren praktisch unbekannt. Bei ihrem Aufbau helfen Freiwillige Feuerwehren aus Oberösterreich, sowohl bei der Ausstattung als auch bei der Ausbildung. Einen Bericht darüber hat unser Balkan-Korrespondent Christian Wehrschütz verfasst:

Berichtsinsert: Christian Wehrschütz aus Albanien

Kamera: Edison Shalca

Schnitt: Mica Vasiljevic

Insert1: Enver Biturku, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr in Kavajë

Insert2: Gregor Jaenin, Feuerwehrtechniker aus Niederösterreich

Insert3: Alban Laci, Kommandant der Freiweilligen Feuerwehr in Tirana

Insert4: Josef Schwarzmannseder, Ehrenbezirksfeuerwehrkommandant von Grießkirchen

Gesamtlänge: 3’09

Eine kleine Übung der Berufs- und der Freiwilligen Feuerwehr in der Stadt Kavaje etwa 30 Kilometer von Tirana entfernt. Die Berufsfeuerwehr zählt 17 Feuerwehrleute und hat vier Fahrzeuge; die seit drei Jahren bestehende Freiwillige Feuerwehr hat 20 Mitglieder. Ihr erster großer Einsatz erfolgte beim schweren Erdbeben im November 2019:

1'56'8 - Ausbildung - 2'13'6 (19)

"Zwei Mal pro Monat machen wir Seminare oder unterschiedliche Ausbildungen mit der Berufsfeuerwehr gemeinsam. Ihr Kommandant hilft uns, diese Ausbildung durchzuführen."

Kavaje zählt offiziell 80.000 Einwohner, liegt an der Adriaküste und ist ein Tourismuszentrum in Albanien; im Falle eines Großbrandes hätte die lokale Feuerwehr jedenfalls einen schweren Stand:

 

1'40 - Großeinsatz - 1'55'5 (16)

"Es ist sicherlich ausreichend für den Erstangriff; für eine weitere Maßnahme müssen sofort Mannschaften aus anderen Gebieten herangezogen werden, die durchaus Anfahrtszeiten von 35 Minuten mindestens haben."

 

Die zweite Freiwillige Feuerwehr gibt es in der Hauptstadt Tirana. Sie übt ebenfalls gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr. Die Freiwilligen-Organisation ist erst ein Jahr alt und hat zehn aktive Mitglieder:

 

Alban Laci,

6'20'4 - Wie rekrutieren - 7'04'5

"Unsere Freiwillige Feuerwehr ist etwas Neues, im Gegensatz zu Österreich mit seiner großen Tradition. Der wichtigste Grund für den Beitritt liegt auf sozialer, gesellschaftlicher Ebene, da wollen wir auch von österreichischen Erfahrungen profitieren."

Die Freiwillige Feuerwehr in Tirana hat zwei Fahrzeuge; einen kleinen Pickup als Versorgungsfahrzeug und einen adaptierten SLkW mit einem Wassertank von 5.000 Litern; beide Fahrzeuge sind Spenden aus Österreich; Verstärkung ist in Sicht und zwar aus Oberösterreich sobald es die Corona-Pandemie zulässt. Dazu zählen ein Kleinlöschfahrzeug, das auch der Ausbildung dient, und ein zweites Auto, das zum Atemschutzfahrzeug umgebaut wird:

3'28 - Alte Autos - 3'43'1 (16)

„Es ist ganz selten, dass sie neue Fahrzeuge bekommen, vielleicht hin und wieder einmal da und dort. Sie sind nicht ausgestattet, sind leer, haben keine Gerätschaften, die man braucht für Brandbekämpfung und technische Einsätze und dergleichen."

Beim Aufbau der Feuerwehren in Albanien ist Josef Schwarzmannseder gemeinsam mit Wolfgang Großruck seit Jahren im Einsatz; wie weit liegt Albanien hinter Oberösterreich zurück:

 

3'56'8 - 40 Jahre - 3'58'1

40 Jahre

Wie dringend die Ausstattung in Tirana gebraucht wird, zeigte jüngst ein Zwischenfall beim Stadionkomplex. Knapp unter dem Dach gab es eine starke Rauchentwicklung; Grund dafür war kein Feuer, sondern ein Problem bei einem Generator. Die Feuerwehr war zwar rasch zur Stelle; allerdings stellt sich die berechtigte Frage, wie die Einsatzkräfte in Albanien einen Großbrand in einem derartigen Komplex bewältigt hätten.