Der Balkan im Kampf gegen das Corona-Virus

Albanien / Fernsehen / ZiB Spezial / 2020-03-18 12:00

Einleitung

Auch das ehemalige Jugoslawien ist vom Corona-Virus betroffen, allerdings in sehr unterschiedlichem Ausmaß. So wurden im kleinen Montenegro mit seinen knapp 700000 Einwohnern erst zwei Fälle registriert; in Serbien gibt es dagegen 83 infizierte Personen; Tausende serbische Heimkehrer sind in der Selbstisolation. Ab heute 20 gilt in Serbien auch eine Ausgangssperre bis fünf Uhr früh. Die Zahlen am Balkan sind mit Vorsicht zu genießen, weil es eine enorme Schwankungsbreite bei den Tests gibt. So wurden in Slowenien mit seinen zwei Millionen Einwohnern bereits mehr als 7500 Personen getestet, im viermal bevölkerungsreichen Serbien aber nur knapp 1.500 Personen. Um massenhafte Erkrankungen vorzubeugen haben auch die Staaten des ehemaligen Jugoslawien und Albanien drastische Maßnahmen verhängt; die Angst vor einen massiven Verbreitung ist groß, auch weil die Gesundheitssysteme schwach entwickelt und personell unterbesetzt sind:

Detail

Auch das ehemalige Jugoslawien ist vom Corona-Virus betroffen, allerdings in sehr unterschiedlichem Ausmaß. So wurden im kleinen Montenegro mit seinen knapp 700000 Einwohnern erst zwei Fälle registriert; in Serbien gibt es dagegen 83 infizierte Personen; Tausende serbische Heimkehrer sind in der Selbstisolation. Ab heute 20 gilt in Serbien auch eine Ausgangssperre bis fünf Uhr früh. Die Zahlen am Balkan sind mit Vorsicht zu genießen, weil es eine enorme Schwankungsbreite bei den Tests gibt. So wurden in Slowenien mit seinen zwei Millionen Einwohnern bereits mehr als 7500 Personen getestet, im viermal bevölkerungsreichen Serbien aber nur knapp 1.500 Personen. Um massenhafte Erkrankungen vorzubeugen haben auch die Staaten des ehemaligen Jugoslawien und Albanien drastische Maßnahmen verhängt; die Angst vor einen massiven Verbreitung ist groß, auch weil die Gesundheitssysteme schwach entwickelt und personell unterbesetzt sind:

Berichtsinsert: Christian Wehrschütz

Insert1: Gentian Steroni, Arzt in Tirana

Insert2: Dragan Danilovski, Epidemiologe in Skopje

Insert2: Pensionist in Belgrad (77)

Gesamtlänge: 2’35

In Albanien gleicht das Zentrum von Tirana einer Geisterstadt; Tirana und die Hafenstadt Durres stehen unter Quarantäne; ab 18 Uhr gilt eine Ausgangssperre; die Grenzen zu Italien und zum Kosovo sind gesperrt. Bisher wurden erst 55 Infizierte registriert; eine Person starb an dem Virus, doch nur 600 Personen wurden getestet; die Dunkelziffer könnte somit weit höher sein;

"Im schlimmsten Fall sollen wir kommende Woche mehr Patienten haben, weil die Kurve ihren Höhepunkt nach drei bis vier Wochen erreicht; und darauf bereiten wir uns vor."

Auch in Skopje, in Nordmazedonien, sind viel weniger Menschen auf den Straßen. Schulen, Universitäten und Restaurants sind geschlossen. Auch hier wissen die Wirte nicht, wie sie überleben sollen, wenn die Krise Monate dauert. In Nordmazedonien gibt es noch keinen Toten und 31 Infizierten; getestet wurden aber nur 131 Personen in dem zwei Millionen Einwohner zählenden Land; schwach ist auch das Gesundheitssystem:

"Wir haben in Mazedonien 9500 Spitalsbetten; natürlich können wir Personen auch in Zelten unterbringen, doch woher nehmen wir das medizinische Personal? Wir haben 7000 Ärzte in Mazedonien und 120 Geräte für die künstliche Beatmung. Selbst wenn uns China weitere 300 schenken sollte, wir haben nicht die Personen, die sie bedienen können; wo nehmen wir weitere 200 Anästhesisten oder zusätzlich 30 Epidemiologen her.“

Serbien verhängte vor einigen Tagen den Ausnahmezustand und schloss seine Grenzen für Ausländer; doch trotz angedrohter Geldstrafen wurde der Aufruf zu Hause zu bleiben gerade von älteren Menschen nur mäßig befolgt:

2'13 - 77 Jahre lebt allein - 2'41

"Ich muss hinausgehen; ich bin allein, niemand wird mich bedienen. Ich muss die wichtigsten Dinge selbst einkaufen, dann eile ich nach Hause. Ich huste nicht, habe kein Fieber, bin gesund, trinke einen halben Liter Schnaps, etwas Wein aber kein Bier. Doch für meine Jahre bin ich gesund."

Im ehemaligen Jugoslawien gibt es bisher nur einen Toten; doch das Gesundheitswesen ist schwach, auch weil viel Personal von EU-Staaten abgeworben wurde.