Der Balkan im Kampf gegen das Corona-Virus

Albanien / Fernsehen / ZiB1 / 2020-03-17 19:30

Einleitung

Auch das ehemalige Jugoslawien ist vom Corona-Virus betroffen, allerdings in sehr unterschiedlichem Ausmaß. So wurden im kleinen Montenegro mit seinen knapp 700000 Einwohnern keine Fälle registriert; in Serbien gibt es dagegen bereits knapp 50 infizierte Personen, mehr als 200 wurden getestet. Tausende sind in der Selbstisolation. Trotzdem haben auch die Staaten des ehemaligen Jugoslawien und Albanien drastische Maßnahmen verhängt, um eine Ausbreitung des Virus hintanzuhalten; die Angst vor einen massiven Verbreitung ist groß, auch weil die Gesundheitssysteme schwach entwickelt und personell unterbesetzt sind:

Detail

Auch das ehemalige Jugoslawien ist vom Corona-Virus betroffen, allerdings in sehr unterschiedlichem Ausmaß. So wurden im kleinen Montenegro mit seinen knapp 700000 Einwohnern keine Fälle registriert; in Serbien gibt es dagegen bereits knapp 50 infizierte Personen, mehr als 200 wurden getestet. Tausende sind in der Selbstisolation. Trotzdem haben auch die Staaten des ehemaligen Jugoslawien und Albanien drastische Maßnahmen verhängt, um eine Ausbreitung des Virus hintanzuhalten; die Angst vor einen massiven Verbreitung ist groß, auch weil die Gesundheitssysteme schwach entwickelt und personell unterbesetzt sind:

Berichtsinsert: Christian Wehrschütz

Insert1: Dragan Danilovski, Epidemiologe in Skopje

Insert2: Pensionist in Belgrad (77)

Gesamtlänge: 1’34

In Albanien gleicht das Zentrum von Tirana einer Geisterstadt; Tirana und die Hafenstadt Durres stehen unter Quarantäne; ab 18 Uhr gilt eine Ausgangssperre; die Grenzen zu Italien und zum Kosovo sind gesperrt. Bis heute Nachmittag wurden erst 55 Infizierte registriert; die Dunkelziffer könnte weit höher sein; flächendeckende Test sind Mangelware. Auch in Skopje, in Nordmazedonien, sind viel weniger Menschen auf den Straßen. Schulen, Universitäten und Restaurants sind geschlossen. Auch hier wissen die Wirte nicht, wie sie überleben sollen, wenn die Krise Monate dauert. In Nordmazedonien gibt es noch keinen Toten und noch kleine 20 Infizierten, doch das Gesundheitswesen ist schwach:

"Wir haben 120 Geräte für die künstliche Beatmung. Selbst wenn uns China weitere 300 schenken sollte, wir haben nicht die Personen, die sie bedienen können.“

Serbien verhängte vor einigen Tagen den Ausnahmezustand und schloss seine Grenzen für Ausländer; doch trotz angedrohter Geldstrafen wurde der Aufruf zu Hause zu bleiben gerade von älteren Menschen nur mäßig befolgt:

"Ich muss hinausgehen; ich bin allein. Ich muss die wichtigsten Dinge selbst einkaufen, dann eile ich nach Hause; für meine Jahre bin ich gesund."

Im ehemaligen Jugoslawien gibt es bisher nur einen Toten; doch das Gesundheitswesen ist schwach, auch weil viel Personal von EU-Staaten abgeworben wurde.